21. November 2017

Ballastwasser!

Fremde Tiere und Pflanzen im Ökosystem

Blinde Passagiere

Tag für Tag hat jedes Schiff viele kleine und etwas größere blinde Passagiere an Bord, die nicht einmal an Bord wollten. Es geht um die Einfuhr und Ansiedlung fremder Tier- und Pflanzenarten. Sie stellen eine große Gefahr für unser Ökosystem Meer dar. Wie groß die Gefahr ist, weiß kaum jemand. Abgesehen von den Milliarden Kosten die verursacht werden, nimmt unser Ökosystem einen extrem hohen Schaden. Jedes Jahr fließen über 20 Millionen Tonnen Wasser aus den Ballasttanks von Schiffen alleine nur in die Nord- und Ostsee. Das ist auch eine Form von Umweltverschmutzung. Wie ernst die Lage ist, sieht man daran, das die Uno diese Verschmutzung zu den vier größten Bedrohungen der Meere zählt.

Was ist Ballastwasser überhaupt?

Große Tanks sind gefüllt mit Ballastwasser, das ist Wasser, das an Bord eines Schiffes in einem Gewässer aufgenommen wird, um z.B. den Tiefgang, die Stabilität, die Spannung usw. auszugleichen. Bei der Aufnahme des Wassers werden zahlreiche Organismen mit in den Tank aufgenommen. Es handelt sich um viele verschiedene Arten z.B. Plankton, alle möglichen bodenlebenden Tiere (Würmer, Krebse, Muscheln), kleine Fische, giftige Algen und auch pathogene Keime ( z.B. Krankheitserreger wie Bakterien, Parasiten, Pilze, Viren). Ein Beispiel für den Einsatz des Balastwassers ist, wenn das Schiff zu tief liegt, lässt es Ballastwasser ab und der Tiefgang ändert sich. Das Wasser mit all den darin enthaltenen Organismen oder Tieren, wird in das Gewässer gespült.

Invasive Arten:

In Deutschland sind ca. 600 Pflanzenarten und ca. 260 Tierarten die sich bereits etabliert haben. Eingeschleppt wird eine viel höhere Zahl, jedoch überleben diese den Winter bei uns nicht.

Die Folgen von Tieren, die dort nicht hingehören:
Ratten und Katzen, löschen in den Tropen brütende Vogelarten aus.
Ziegen und Schafe, fressen ganze Inseln kahl.
Europäisches Kaninchen, ist in Australien zur Plage geworden.
Kamberkrebse, verdrängen unsere europäischen Flusskrebse.
Grauhörnchen, verdrängen das europäische Eichhörnchen.
Rippenqualle, rottet langsam Sardelle und Sprotte im Schwarzen Meer aus und ist unterwegs in die Nord- und Ostsee.
Waschbären, die uns wohl bekannteste invasive Art, er richtet in Deutschland großen Schaden an.
Wanderratten, in Asien: Früher einmal – Auslöser für Pestbakterium und Pest-Floh; in Europa: Pestepidemie Millionen Tote.

Einmal etabliert hat man keine Chance mehr die fremden Arten unter Kontrolle zu bringen. Sie verdrängen einheimische Tiere und Pflanzen und können sie auch zur völligen Ausrottung bringen. Natürlich kam der Waschbär und auch andere Arten nicht über Ballastwasser zu uns. Damit wollte ich nur Erklären das Invasive Arten bereits für uns sichtbar etabliert sind und man sich eigentlich gar keine Gedanken darüber macht. Die Leidtragenden sind wieder einmal die Tiere, denn sie werden verschleppt und in den fremden Ländern gejagt.

Von Schiffen eingeschleppt:

Der Schiffsbohrwurm in der Nord- und Ostsee hat sich angesiedelt und richtet an Küstenschutzanlagen riesige Schäden an, indem er die heimischen Hölzer zerfrisst. Meist kann der genaue Schaden gar nicht beziffert werden. Der Schiffsbohrwurm lebt seit 1993 in unseren Gewässern, der geschätzte Schaden dadurch beläuft sich auf 25 Millionen Euro. Auch die chinesische Wollhandkrabbe wurde eingeschleppt; der Schaden dieser Krabbe beläuft sich auf geschätzte 85 Millionen Euro. Mittlerweile haben sich weitere zahlreiche fremde Arten in unseren Gewässern angesiedelt, die mehr oder weniger Schaden verursachen.
Dreiecksmuscheln, Grünalgenart Caulerpa taxifolia, Königskrabbe, Pazifische Auster, Würmer, Quallen usw. Ganze Fischbestände werden durch falsche Tierarten ausgelöscht und Algen überwuchern riesige Flächen vom Meeresboden. Natürlich werden Tiere und Pflanzen nicht nur von Schiffen eingeschleppt, aber die Anzahl ist doch sehr hoch, denn täglich reisen rund 7000 Arten um den Globus durch Ballastwassertanks von Schiffen. Der Schaden durch fremde Arten geht in die Milliarden.

Lange hat es gedauert

Im Jahr 2004 wurde ein Ballastwasser-Übereinkommen beschlossen. Lange Zeit haben viele Staaten nicht unterschrieben. Auch Deutschland hat erst 2013 zugestimmt. Das Ballastwasser-Übereinkommen tritt zwölf Monate nach dem Tag in Kraft, an dem wenigstens dreißig Staaten, deren Handelsflotten insgesamt mindestens fünfunddreißig Prozent des Bruttoraumgehalts der Handelsflotte der Welt ausmachen. In dem Übereinkommen ist alles geregelt, um das Problem einigermaßen in den Griff zu bekommen.
Dann war es soweit. Am 8. September 2016 trat Finnland bei, als 52. Staat. Damit stieg die Tonnage auf 35.1441 % an und das Übereinkommen trat am 8. September 2017 endlich in Kraft. Ein wichtiger Schritt ist endlich getan. Unter anderem sieht dieses Übereinkommen vor, Filteranlagen in die Schiffe einzubauen um invasive Arten auszufiltern.
Wenn ihr euch genauer über das Übereinkommen informieren wollt:
Link zur Homepage von Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie

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