10. April 2017

Delfinarien, ein ewiges Streitthema

 

„Wer anderen die Freiheit verweigert,
verdient sie nicht für sich selbst.“

Abraham Lincoln

Delfinarien braucht niemand!

Delfine zählen schon immer zu den Tieren, die uns Menschen mit am stärksten faszinieren. Genau das, führte dazu, dass Delfine in Gefangenschaft gehalten werden und sie für uns den Clown spielen müssen. Würde kein Mensch mehr Delfinarien befürworten, würde es nicht mehr lange dauern und alle Delfinarien müssten schließen.

Weltweit, so schätzt man, müssen 1500 Delfine – überwiegend in Europa, USA, Japan und China –  in Gefangenschaft leben. Insgesamt werden in etwa 60 Staaten der Welt Delfine in Gefangenschaft gehalten. Überwiegend Große Tümmler (Flipper) und Orcas (Schwertwale, „Free Willy“), aber auch Schweinswale und Belugas. Die Wale, die gefangen gehalten werden, haben eine Größe von etwa 1,4 – 9,8 Meter.

 

Kein Leben, sondern Leiden!

Eine Haltung in Gefangenschaft muss klar abgelehnt werden. Eine artgerechte Unterbringung kann es nicht geben.

Egal wie groß ein Delfinarium auch sein mag, es ist nichts im Vergleich zum offenen Meer und das ist nun mal ihr natürlicher Lebensraum. Nicht ohne Grund. Delfine haben ein überaus großes Bewegungsbedürfnis, hohe Anforderungen und Platzbedarf, ganz zu schweigen von der Wasserqualität. Auch brauchen sie Rückzugsmöglichkeiten, um Ruhe zu haben. Delfine sind sehr geräuschempfindliche Tiere. Sie jagen lebende Tiere und haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Wale und Delfine sind fast immer in Bewegung, selbst wenn sie rasten. Sie schwimmen weit und tauchen tief, springen wann immer sie Lust dazu haben. Ihre Partner und Artgenossen, sowie auch andere Lebewesen im Meer, suchen sie sich selbst aus. Haben sie keine Lust mit einem Delfin zu kommunizieren, drehen sie einfach ab und verschwinden in den Tiefen der Meere.

Wale sind sehr intelligent, geben erlerntes von Generation zu Generation weiter und leben überwiegend in einer großen Familie. Sie beschützen ihre Jungen und bringen ihnen das Jagen bei. Stirbt ein Familienmitglied, so trauern sie lange Zeit. Sie benutzen Werkzeuge (z.B. Schwämme, um ihre Schnauze zu schützen) zum Jagen und erfinden neue Jagdmethoden (z.B. Orcas, die absichtlich stranden, um Robben vom Strand zu holen).

All das – und noch viel mehr

– spricht dagegen, Delfine in Gefangenschaft zu halten. Die Berner Konvention führt Wale und Delfine in Anhang II als streng geschützte Tierart auf. Auch die Delfine, die in der EU in Delfinarien leben müssen. Jegliche Form des absichtlichen Fangens, des Haltens und des innerstaatlichen Handels mit diesen Tieren ist verboten. Es gibt noch mehr Schutzbestimmungen, die allesamt ignoriert werden. Delfine können sich nicht gut an die Bedingungen in Gefangenschaft gewöhnen.

Die meisten Delfinarien haben nur einen Zweck, und das ist die Zurschaustellung für ein Publikum. Die rein kommerziellen Delfinarien bieten Unterhaltungsprogramme (Shows) an, zunehmend werden auch interaktive Programme angeboten z.B. Schwimmen mit Delfinen und Trainer sein für eine Stunde. Einige wenige Delfinbecken sind für wissenschaftliche, oder militärische Zwecke. Auch gibt es Becken, die nur zur Rehabilitation nach Strandungen geschaffen wurden.

Die Delfinarienindustrie will uns weiß machen, dass Delfine gerne Kunststücke vorführen. Immer wieder wird angenommen, dass ein Delfin lächelt und sich deshalb automatisch auch wohl fühlen muss. Aber das lächelnde Gesicht ist im angeboren, er kann seine Lippen nicht zu einer traurigen Miene formen.
In Delfinarien sind noch sehr viele Wildfänge. Sie wurden in ihren noch jungen Jahren aus ihrer natürlichen Umgebung gerissen. Brutal gejagt, gefangen genommen mussten sie meistens alle Familienmitglieder für immer verlassen. Anschließend werden sie in Abricht-Becken überführt, dort wird ihr Wille gebrochen. Sie hungern so lange, bis sie toten Fisch fressen, den sie aber nur bekommen wenn sie brav ihre Kunststücke dafür ausführen. Oft werden Delfine auch brutal mit einem Schlauch zwangsernährt, oder ihnen wird auf diese Art Wasser zugeführt.

Sind sie dann abgerichtet, werden sie an Delfinarienbetreiber verkauft. Das bedeutet lange Wege in engen Behältern, meist werden sie mit Medikamenten ruhig gestellt. Per LKW und Flugzeug geht es für immer weit weg von ihrer Familie und ihrem Zuhause, sie werden beides nie wiedersehen.

Im neuen Zuhause – namens Betonbecken – angekommen, werden sie mit irgendwelchen anderen Delfinen zusammengesteckt. Oft kommt es zu Streitigkeiten, oder die Delfine schwimmen in eine Ecke und wollen nicht kommunizieren. Der Hunger wird sie dazu veranlassen genau das zu tun, was die Trainer von ihnen verlangen.
Im Delfinarium laufen rund um die Uhr Pumpen, die viel zu laut sind für das empfindliche Gehör der Delfine. Auch laute Musik aus den Lautsprechern, das Klatschen und auch Stampfen mit den Füßen der Zuschauer macht den Delfinen zu schaffen. Aber an all das müssen sie sich gewöhnen.

Egal wie groß das Becken auch sein mag, es wird für immer und ewig ihr Zuhause sein. Spielzeuge bekommen die Delfine nur während der Show, damit sie auch bereitwillig damit spielen. Abwechslung, Spaß? Das gibt es nur im offenen Meer, in Delfinbecken herrscht Langeweile. Rückzugsmöglichkeiten? Fehlanzeige, eine Ecke des Beckens muss reichen, mehr gibt es nicht. Ruhen können sie nur, wenn das Delfinarium geschlossen ist, wären da nicht die lauten Pumpen. Ihr angeborenes Bewegungsbedürfnis kann nicht gestillt werden. Meist verkümmert ihre Rückenflosse (Finne), das kann man sehen, wenn sie schlaff in einem Bogen herunterhängt, ihre Muskeln verkümmern. Aber nicht nur die Muskeln, auch alles was sie je gelernt haben wird nicht mehr gebraucht und sie verlernen es. Jagen nach lebendigen Fischen, der Einsatz ihres Sonars ja sogar ihr selbstständiges Denken stellen sie ein. Sie bekommen gezeigt, was zu tun ist.

Unnatürliches Verhalten

Ein Delfin in einem Delfinarium ist einfach nur ein Wrack und zeigt keinerlei natürliches Verhalten mehr. Aber genau das, versucht einen die Delfinarienindustrie vorzugaukeln.
Nachwuchs, ja den gibt es von Zeit zu Zeit, durch künstliche Befruchtung. Die Sterblichkeitsrate der Neugeborenen in Delfinarien ist sehr hoch. Oft wird damit argumentiert, dass auch in der freien Wildbahn viele junge Delfine sterben, stimmt wahrscheinlich. Aber prozentual gesehen ist die Sterblichkeitsrate in Delfinarien nicht mal im Ansatz mit der im Meer zu vergleichen.

Und, freuen wir uns über ein Delfinjunges dass in der Betonlandschaft überlebt? Natürlich, super… es ist ja so niedlich das Kleine. Dazu kann ich nur sagen, wunderbar gemacht, ein weiteres Lebewesen hat das Licht der Welt erblickt, um für den Rest seines kümmerlichen Daseins die Menschen auf der Welt mit Clown-Kunststücken zum Lachen zu bringen.
Ein Gutes hat es ja – ein in Gefangenschaft nachgezüchteter Delfin weiß nicht was Familie bedeutet, er weiß nicht wie es ist, in Freiheit zu schwimmen, er weiß nicht wie es ist, lebenden Fisch zu fressen, er weiß nicht wie viel Schönes und Abwechslungsreiches, es im Meer für ihn geben würde. Er wird nicht die Gezeiten, die Wellen und die unendliche Weite der Ozeane vermissen. Ich finde es echt traurig das immer darauf aufmerksam gemacht wird, das „fast“ keine Wildfänge mehr im Delfinarium leben. Die Aussagen: „das sind ja unsere, die sind hier geboren, der weiß doch gar nicht was Freiheit bedeutet und würde nicht überleben“. Bingo, gut gemacht ganz Prima. Deshalb ist es besser für den Delfin? Traurig, Traurig.

Herzlichen Glückwunsch an alle Delfinarienliebhaber… eine Nachzucht hat es wirklich viel schöner, ihr habt alle so recht.

Gründe gegen Delfinarien:

Delfine verlernen in Gefangenschaft ihr natürliches Jagdverhalten, weil sie mit totem Fisch gefüttert werden und Nachzuchten haben die Jagd niemals gelernt. Durch das ständige Füttern der  Tierpfleger halten sich die Delfine fast ausschließlich an der  Wasseroberfläche auf. Das ist auch so gewollt, damit die Besucher der Shows die Delfine ständig sehen können. Im offenen Meer verbringen Delfine mehr als 80 Prozent der Zeit unter der Wasseroberfläche. In Delfinarien ist es genau umgekehrt. In Freiheit würden Delfine auch niemals über Hindernisse springen, wie in Delfinshows über Seile, Stäbe usw. sowas ist nicht angeboren und sie tun so etwas nicht gerne. In Delfinarien zeigen die Delfine unnatürliche, antrainierte Verhalten. Ergo kein natürliches Verhalten, wie uns die Delfinarienbetreiber weiß machen wollen.

Fazit: Sicherlich ist euch nicht entgangen, dass ich gegen Delfinarien bin. Die Gründe dazu muss ich, denke ich, nicht noch einmal aufzählen. Das wurde doch sehr deutlich.
Ich bitte alle Menschen, kauft keine Tickets für Delfinarien, denn jeder der das tut, ist mit Schuld an den Gefangenschaften. Und wer etwas anderes behauptet, belügt sich selbst.

 

BOYKOTTIERT TIERQUÄLEREI UND KAUFT KEINE TICKETS!

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Corky

Corky – von der Freiheit, in die Gefangenschaft! Corkys traurige Geschichte. Corky hält auch einen Weltrekord – nur dieser ist sehr traurig. Sie ist die am längsten in Gefangenschaft gehaltene Orcadame. Corky wurde im Nordostpazifik geboren und gefangen. Seit 1969 lebt sie in Gefangenschaft.