3. April 2017

Hochsee- und Tiefseefischerei
Überfischung, ausrotten – ausbeuten – vernichten!

 

Überfischung – das Meer wird geplündert

 

Jahr für Jahr werden ca. 80 Millionen Tonnen Fisch aus dem Meer gefischt. Lange glaubte man, dass im Meer ein unerschöpflicher Reichtum an Fisch vorhanden ist. Doch bald ist Schluss. Der Bestand bricht langsam zusammen und kann sich nicht mehr erholen. Sollte alles so bleiben, werden spätestens 2050 die Meere leergefischt sein.  Dann brauchen wir uns nicht mehr die Frage stellen, ob Fisch für den Menschen und seine Ernährung wichtig ist.

Die Fischerei gibt es schon sehr lange. Ich möchte hier in diesem Bericht aber nicht zu sehr auf die Fischerei von längst vergangen Zeiten eingehen, denn die aktuelle Situation ist so schlimm, dass ich mich darauf konzentriert habe.

Krabbenkutter Nordsee mit beidseitigen Baumkurren-Netzen

Krabbenkutter Nordsee mit beidseitigen Baumkurren-Netzen

Es werden immer weniger!

Zwischen 1950 und 1990 stieg die Gesamtmenge der im Meer gefangenen Fische, der Krebse und der Muscheln um ein Vielfaches. Um 1950 waren es noch ca. 20 Millionen Tonnen, seit 1990 bis jetzt, sind es 80 Millionen Tonnen, die jährlich aus dem Meer gezogen werden. Weitere 60 Millionen Tonnen jährlich werden durch Fischzucht und Aquakultur zur Verfügung gestellt.

Besonders langlebige Meeresbewohner, wie zum Beispiel der Rotbarsch, sind von der Überfischung betroffen, denn diese Tiere zeugen meist erst im hohen Alter ihre Nachkommen. Im Extremfall, der gerade auf uns zukommt, kommt es zum völligen Zusammenbruch des Bestandes. Es werden mehr Tiere abgefischt, als Nachkommen vorhanden sind. Die Netzte der Fischer sind zwar meist so ausgelegt, dass die jungen Tiere wieder entkommen (die will auch erst einmal niemand haben), aber wenn zu viele laichbereite Tiere gefangen werden, nimmt der Bestand immer weiter ab. Die einstigen, jungen Tiere werden schon vor dem ersten absetzten von Nachwuchs weggefangen. Ich rede hier bewusst von Tieren und nicht von Fischen, denn es betrifft nicht nur den Fischbestand, sondern auch alle Krebsarten, Muscheln, Garnelen usw.

ueberfischung

Der Bestand von einigen Arten ist bereits jetzt zusammengebrochen, wie der nordwestatlantische Kabeljau vor Amerika, der Rote Thun, oder der Nordsee-Kabeljaubestand vor unserer Haustüre. Die Fangflotten der Industrieländer müssen mittlerweile weite Strecken in Kauf nehmen und sind viel länger auf dem Meer unterwegs als früher, um die Nachfrage zu bedienen.

Warum wird überfischt?

Die Gründe für die Überfischung liegen zum einen an der stets steigenden Nachfrage an Meerestieren, natürlich auch an der Zunahme der Weltbevölkerung und die Gier nach mehr Profit der Fischindustrie.

Zu wenig Kontrollen der Bestände und keine, oder nur unzureichend, regulierte Fangquoten. Außerdem: Schätzungen gehen davon aus, dass etwa ein Drittel der Produkte, die in den Handel gelangen, illegal gefangen werden. Es gibt für Europa die Gemeinsame Fischereipolitik (GFP), sie ist unter anderem dafür zuständig, den Erhalt der Fischbestände zu sichern. Das tun sie aber nicht. Denn die Fangquoten werden Jahr für Jahr zu hoch angesetzt. Obwohl die Fangquoten dazu da sind, den Bestand aufrecht zu erhalten, werden diese aber so angesetzt, dass genug Einnahmen gesichert sind und die Nachfrage nach Meerestieren gestillt werden kann.

Die Behörden kennen die Situation in der wir stecken, bis ins Detail und sollten endlich anfangen danach zu handeln. Die Fangquoten müssen sehr stark reduziert werden, oder teilweise muss der Fang von bestimmten Meerestieren eine Zeitlang komplett gestoppt werden.

Wie ist die Überfischung möglich?

Die immer effizienteren Fangtechniken und die technisch verbesserten Hilfsmittel machen dies möglich.

  • die Motorleistungen der Fangschiffe wurden gesteigert
  • technische Hilfsmittel, wie die Ortung der Fischschwärme
  • Fabrikschiffe gebaut, die bereits an Bord große Mengen an Fisch noch auf hoher See verarbeiten und einfrieren können und somit lange unterwegs sein können
  • Weiterentwicklung der Fangtechniken, es kann in großen Tiefen gefischt werden, bessere, größere Netze und dadurch neue Fangmethoden

Bei bestimmten Fischarten kommt es auch vor, dass die Quoten nicht mehr erreicht werden können. Da es einfach nicht mehr genug Fische gibt. Deshalb weicht die kommerzielle Fischerei mittlerweile auf andere Arten aus. Sie fangen auch Tiere, die bislang als minderwertig, nicht rentabel und zum Verzehr nicht geeignet galten.

Einige Zahlen und Fakten:

  • Etwa 80 Millionen Tonnen Meeresfisch pro Jahr werden gefangen
  • Nordostatlantik 30 von 62 Beständen zu intensiv befischt
  • Mittelmeer sogar 96% der EU-Bestände überfischt
  • Illegaler Fischfang macht ca. 28 Prozent des weltweiten Fischfangs aus
  • 50 Prozent der Importe stammen aus Entwicklungsländern
  • Rund 38 Millionen Tonnen Beifang pro Jahr
  • Pro Kopf Verzehr Fisch: 19,2 kg pro Jahr
  • 60 Millionen Tonnen jährlich durch Fischzucht/Aquakultur – Tendenz steigend
  • Innerhalb 40 Jahren ging die Fischpopulationen weltweit um 50 Prozent zurück
  • Starker Rückgang vor allem bei Makrele, Thunfisch und Bonito: 74 Prozent innerhalb 40 Jahren
  • Etwa 60 Prozent der weltweiten Fischbestände sind maximal genutzt – kein weiteres Steigerungspotenzial
  • Größter Fischimporteur weltweit: die Europäische Union

Länder mit den höchsten Anlandungen von Meerestieren, pro Jahr:

Der geschätzte Wert, der weltweit angelandeten Fische beträgt etwa 90 Milliarden US-Dollar. Für seltene Thunfischarten werden auf dem asiatischen Markt, gut und gerne, mehr als 100 Euro pro Kilo gezahlt.
Doch ein Kilo Sprotten wird für ca. 20 Cent pro Kilo gehandelt. Es gibt also gewaltige Unterschiede.
Wie viel die Fischer verdienen, hängt aber auch davon ab, für welche Verarbeitung die Fische bestimmt sind.

Insgesamt gibt es etwa 43,5 Millionen Fischer und Aquakulturbetreiber auf der Welt. Ein großer Teil davon stammt aus den asiatischen und afrikanischen Ländern. Der ausnahmslos größte Teil stammt aus China, mit ca. 12 Millionen Betreibern.

Die EU ist der fünftgrößte Produzent weltweit. 80% der Produktion stammen aus der Fischerei und 20% aus der Aquakultur. Spanien, Frankreich, das Vereinigte Königreich und Dänemark sind mengenmäßig die größten Hersteller in der EU.

Verteilung:

77 % des Fischfangs wird für den menschlichen Verzehr gefangen. 38 % davon kommt als frischer Fisch auf die Teller, 20 % davon als Tiefkühlware und 19 % davon wird geräuchert, getrocknet und konserviert.

Die restlichen 23 % des Fischfangs sind für die Futtermittelindustrie bestimmt. Sie werden zu Fischmehl und Fischöl verarbeitet und unter anderem zur Aufzucht von Fischen in der Aquakultur, oder zur Aufzucht von Hühnern verwendet.

 

Netzfischerei

Man unterscheidet zwei verschiedene Arten von Netzfischerei, die aktive und die passive.

Die aktive Methode:

Hier werden verschiedene Schleppnetze eingesetzt, die wie ein Käscher funktionieren. Das sind große trichterförmige Beutel; sie werden entweder von einem, oder zwei Booten an zwei Leinen nachgeschleppt. Oder auch ein Ringwadennetz; dies wird gezielt bei Schwärmen eingesetzt. Es gibt noch viele weitere Netze für den aktiven Einsatz.

Die passive Methode:

Hier handelt es sich um Stell- und Treibnetze, die ausgelegt werden.

Der obere Rand ist mit Schwimmern wie z.B. Kork, Glaskugeln, Plastikschwimmern versehen und der untere Teil mit Gewichten, wie z.B. Eisenketten, Blei oder Senkern. Je nach Gewicht und Auftrieb setzt sich das Netz als Stellnetz auf den Meeresgrund, bleibt an der Oberfläche als Treibnetz, oder in einer bestimmten Tiefe und schwebt. Die Netze sind stationär und die Fische verhängen sich meistens mit den Kiemen oder mit den Flossen im Netz.

Fangboot - Lachsfang

Fangboot – Lachsfang

Die gängigsten Fangmethoden

Pelagisches Schleppnetz

Bereich: zwischen Boden und Oberfläche durchs freie Wasser
Boote: eines oder mehrere gleichzeitig
Zusatzgeräte: Echolotortung
Fischarten: Schwarmfische – Makrele, Sardine und Hering
Beifang: sehr hoch – Gemeiner Delfin, Weißstreifendelfin, Weißseitendelfin und Pilotwal
Größe: bis zu 23 000 Quadratmeter (5 Fussballfelder)
Länge mit Stahlseilen: 1500 Meter
1 Netzfüllung: bis zu 500 Tonnen Fisch
Bodengrundzerstörung: gering

Grundschleppnetz

Bereich: werden über den Meeresboden gezogen
Boote: eines
Fischarten: Kabeljau, Seehecht, Garnelen, Lang u. Plattfische z.B. Scholle/Seezunge
Beifang: hoch
Länge: 200 Meter
Breite: 100 Meter
Bodengrundzerstörung: sehr hoch – u.a. vollständige Zerstörung von Korallenriffen

Externer Link: Schleppnetzfischerei

Baumkurre

z.B. Nordsee
Bereich: wird auf 2 Kufen über den Meeresboten gezogen – dazwischen Eisenketten
Boote: eines
Fischarten: Nordseegarnelen und Plattfische (Seezunge/Scholle)
Beifang: sehr hoch – aller Art pro Kilo Seezunge bis zu 6 Kilo Beifang
Bodengrundzerstörung: sehr hoch

Externer Link: Baumkurre

Dredge

Bereich: wird über den Meeresboden gezogen
Boote: eines mit teileweise mehreren Netzen
Fischarten: Schalentiere und Muscheln
Beifang: sehr hoch – viele Meeresbewohner werden zerquetscht
Bodengrundzerstörung: sehr hoch, Bodengrund erholt sich mitunter nicht mehr

Gibt es auch als Saug-Dredgen, dabei wird Wasser in den Boden geschossen und die aufgewirbelten Schalentiere im Netz gesammelt, oder mit einer Röhre an die Oberfläche gesaugt.

Externer Link: Dredge_(Schleppnetz)

Kiemennetz – Stellnetz

Bereich: Senkrecht im Wasser hängend
Fischarten: Süsswasserfische – Zander, Meeresfische – Lachs, Schellfisch, Seezunge,
Sardinen, Makrele, Kabeljau, Heringe
Beifang: selten – aber trotzdem verschiedene Meeresbewohner – sogar große Wale
Bodengrundzerstörung: keine

Externer Link: Kiemennetz

Kiemennetz – Treibnetz (auch Wände des Todes genannt)

Diese Netze wurden 1992 weltweit verboten, werden aber illegal eingesetzt. Wieder erlaubt – sogenannte Schwebnetze – fast das gleiche – Verbote umgangen.

Bereich: treiben durchs offene Wasser
Fischarten: Süsswasserfische – Zander, Meeresfische – Lachs, Schellfisch, Seezunge,
Sardinen, Makrele, Kabeljau, Heringe
Beifang: sehr hoch – alle Arten von Meeresbewohnern, Wale und Delfine
Größe: Kilometerlang und sehr breit
Bodengrundzerstörung: gering – hoch, je nachdem wo sie hintreiben

Grundstellnetz

Binnen- und Küstenfischerei, aber auch Offshore
Bereich: am Boden verankert
Fischarten: Kabeljau oder Plattfische wie Seezunge oder Scholle
Beifang: sehr hoch – tödliche Falle für Kleinwale und Seevögel
Lange Standzeit: verwickelte Fische leiden sehr lange
Größe: 15 Kilometer lang und 15 Meter hoch
Bodengrundzerstörung: gering – hoch, je nachdem wo sie hintreiben

Pelagische Stellnetze

Binnen- und Küstenfischerei, aber auch Offshore
Bereich: hängt frei im Wasser
Fischarten: Kabeljau oder Plattfische wie Seezunge oder Scholle
Beifang: sehr hoch – tödliche Falle für Kleinwale und Seevögel
Lange Standzeit: verwickelte Fische leiden sehr lange
Größe: 15 Kilometer lang und 15 Meter hoch
Bodengrundzerstörung: gering – hoch, je nachdem wo sie hintreiben

Ringwaden

Am meisten genutzte Fangmethode.

Bereich: wird ringförmig um einen Fischschwarm gelegt und zugezogen
Boote: eines oder mehrere gleichzeitig
Zusatzgeräte: Echolotortung
Fischarten: Schwarmfische – Makrele, Sardine und Hering und Thunfisch
Beifang: nicht abzuschätzen
1 Netzfüllung: bis zu 500 Tonnen Fisch
Bodengrundzerstörung: keine

Fische werden mit Saupumpen an Bord gesaugt.

Delfine verraten Thunfischschwärme, da sie sich in der Nähe zum Jagen aufhalten, das machen sich Fangflotten zu Nutze. Dadurch kamen bis 1990 ca. 7 Millionen Delfine ums Leben. Fischer müssen jetzt aber darauf achten und Delfine rechtzeitig wieder freilassen.

Externer Link: Ringwadenfischerei

Fischsammler

Bereich: schwimmende Plattform – wird an der Meeresoberfläche ausgebracht
Ringwadennetze werden um die Plattform herum gelegt und zugezogen
Fischarten: normaler Thunfisch – werden von der Plattform instinktiv angezogen
Beifang: sehr hoch – Schildkörten, Haie, Delfine, Großaugen-Gelbflossenthunfische
Bodengrundzerstörung: keine

Externer Link: Greenpeace Fischsammler

Zugnetz / Wadennetz

Zugnetze ähneln Ringwaden und Grundschleppnetzen

Einsatz: Binnen- und Küstenfischerei
Bereich: wird meist von Land aus mit zwei Booten ausgebracht, wieder eingeholt und zugezogen
Boote: zwei
Fischarten: Plattfische wie Seezunge und Scholle
Beifang: nicht abzuschätzen
Größe: 2 Netzwände mit Fangsack bis zu 500 Meter breit, bis zu 20 Meter hoch
Bodengrundzerstörung: keine

Langleine

Pelagische Langleinenfischerei:
Bereich: Wasseroberfläche mit Schwimmern und in der Strömung treibend

Grund Langleinenfischerei
Bereich: die Leine wird über die Gesamtlänge am Grund befestigt
Fischarten: Thunfisch, Schwertfisch, Makrele, Heilbutt, Schwarzer Seehecht, Hai
Beifang: hoch – unter anderem Meeresschildkröten, Seevögel darunter sogar Albatrosse
Größe: bis zu 100 Kilometer lang mit tausenden Köderhaken bestückt
Bodengrundzerstörung: keine

Externer Link: Langleinenfischerei

Angeln

Es gibt verschiedene Methoden von Angeln – sie werden nur selten in der industriellen Fischerei eingesetzt. Sie sind sehr fischschonend, falsche Fische werden fast unverletzt zurückgeworfen, Haken werden mit künstlichen oder natürlichen Ködern zum Anlocken versehen. Köderart je nach Fischart. Handleinen, Handrollen oder elektrischen Rollen, mit Rute und Leine und mit Schleppangeln.
Zielarten Hochsee: Fischarten wie Thunfisch oder Kabeljau und Tintenfische

Handleinen: Angelschnüre mit Haken – kleineres fahrendes Boot. Einholen über elektrische Rollen, 1 Mann bedient mehrere Angelschnüre, geringer Beifang, Meeresbodenschonung

Rute und Leine: Futterboot bringt lebende und tote Fischköder aus, Fischschwärme werden damit angelockt, die einen Fressrausch bekommen. Fische beißen an und werden elektrisch oder manuell an Bord gezogen, geringer Beifang, Meeresbodenschonung

Schleppangeln: fahrendes Boot – mehrere Leinen werden gleichzeitig mitgeschleppt und einzeln an Bord gezogen. Geringer Beifang, Meeresbodenschonung

Jipping: künstliche Köder an einer vertikalen Angelschnur, wird von Hand oder mechanisch auf und ab bewegt. Nächtliches Jipping: auf Tintenfische, geringer Beifang, Meeresbodenschonung

Fischfallen – Reusen, Körbe, Käfige

Wird nur von einzelnen Fischern eingesetzt, soll eine schonende Methode sein.
Bereich: am Boden liegend oder stehend
Fischarten: Garnelen, Krabben, Tintenfische, Hummer und Grundfische
Beifang: sehr gering bis gar nicht – da sie freigelassen werden
Bodengrundzerstörung: gering

Unterschiedliche Formen: Netz-, Draht-, Weiden oder Kunststoffgeflechte, Tongefäße, Körbe, Käfige – mit und ohne Köder verschieden viele trichterförmige Öffnungen – mit und ohne Fluchtwege für Beifang. Sie werden in ruhigen Gewässern, oder in Strömungen, am Tag oder bei Nacht eingesetzt. Sie werden von kleinen Booten, oder auch größeren ausgebracht. Oft werden sie mit langen Leinen versehen, an denen Bojen hängen, um sie leichter zu finden. In diesen Leinen verfangen sich immer wieder Tiere (meistens Säugetiere) und sterben.
Auch werden immer wieder Reusen verloren und stellen dann eine Geisterfischerei dar, die leider zum Tod vieler Meereslebewesen führt.

Externer Link: Reuse

Schäden durch die Fischerei:

Ich habe einige Fangmethoden kurz vorgestellt, um zu zeigen, was für negative Auswirkungen die einzelnen Methoden haben. Man muss sich erst einmal ein Bild davon machen können, welche Zerstörungen im Meer sattfinden, nur allein durch die Fischerei.
Denn die Überfischung ist das eine Problem, der langfristige Schaden, der dadurch im Meer entsteht, ist das andere. Die Meeresbodenzerstörung, die Korallenzerstörung uva. Schäden sind entweder so schwer, dass diese Schäden nie wieder verschwinden werden, oder Jahrzehnte – wenn nicht sogar Jahrhunderte – brauchen werden, um sich einigermaßen zu erholen.

Die Netzfischerei ist nicht die einzige Fischereiart. Es gibt noch viele andere und zum Teil noch viel schlimmere Fangtechniken, die teils auch noch mehr, nicht wieder gut zu machende Schäden, hinterlässt.

Weitere Fangtechniken sind:

Grundfischen, Angelfischerei, Bogenfischen, Cyanidfischerei, Dynamitfischerei, Elektrofischerei, Köderfischerei, Korbreusenfischerei, Walfang, Delphintreibjagd / Drive Fishery, Fischerei mit Hilfe von Tieren, Fischerei mit Hilfe von Pflanzengiften. Fischzucht ist keine Fangtechnik, gehört aber zur Fischerei dazu, hier sind die Fischfarmen zu erwähnen, die Fische für den Verzehr züchten, auch die Fischfarmen mit Aquakultur gehören dazu.

Weitere Informationen: Fischerei

Die Piratenfischerei:

Rund ein Drittel des Fischfangs kann nach Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO, in den Statistiken gar nicht erfasst werden. Es gibt die offiziell „illegale, ungemeldete Fischerei, sowie auch die unregulierte (IUU) Fischerei“ beides nennt man Piratenfischerei. Viele Fischereiflotten, aus verschiedenen Ländern, unterzeichnen das internationale Fischereiabkommen erst gar nicht und es gibt keine Kontrollen.
Auch die gängige Praxis an sich legaler Flotten, die ihre Fangquoten überschreiten, oder illegale Fangmethoden nutzen, stellt ein großes Problem dar. Ganz besonders verbreitet ist die Piratenfischerei auf Hoher See und in den Gewässern armer Länder.

In den armen Ländern werden den Küstenfischern die Lebensgrundlage geraubt. Die Piratenfischerei ist meist eine grausamere Art des Fischfangs, denn darunter fallen z.B. geschützte Tiere und Raubbau an Tieren. Zum Beispiel wegen Haifischflossensuppe in China – den Haien wird die Flosse beim lebendigen Laib abgeschnitten und der Rest wird wieder ins Meer geworfen. Dort gehen die Tiere qualvoll zugrunde. Viele weitere grausame Arten wurden bereits aufgedeckt und man versucht dies einzuschränken, aber die meisten Piraten werden nicht erwischt.

Es gibt noch weitere Methoden, Fangtechniken, Netze und andere Gerätschaften, die nur ein Ziel haben – möglichst viele Fische, in kurzer Zeit aus dem Meer zu fischen. Ob es sich um eine schonende Methode, um eine fürchterliche Methode, oder um eine Methode handelt, die bereits verboten ist, oder verboten gehört, allein darüber könnte ich Berichte ohne Ende schreiben. Es geht aber nicht nur um unmöglich Methoden der Fischerei, sondern auch um die Ausbeutung des Meeres und die Zerstörung des Ökosystems durch die Fischerei.

Es geht auch darum, dass den eigentlichen Bewohnern der Meere, zum einen die Opfer unserer Gier sind und getötet werden und Ihnen zum anderen die Nahrungsgrundlagen genommen werden. Wir sind die Herrscher, wir stehen am Ende der Nahrungskette, weil wir schlauer und überlegender sind, deshalb ist unsere Ausbeutung aber noch lange nicht zu befürworten, oder gut zu heißen. Wir müssen endlich besser auf die Umwelt achten, uns mehr um unsere Tiere kümmern und müssen aufhören in unserer endlosen Gier alles zu zerstören.

Wir, die Menschen zerstören bereits einen Lebensraum, der noch nicht einmal erforscht ist!

Externer Link: Illegale_Fischerei

Tiefseefischen

Von der Tiefsee wissen wir noch fast nichts, aber sie ist schon bedroht… durch uns Menschen. Die Fischerei befischt mit ihren Grundstellnetzen Tiefen bis in 2000 Meter. Sie zerstören damit uralte Korallenvorkommen, beuten die Bestände aus und bringen Tiere um, die wir noch nicht einmal kennen.

Sie ist pechschwarz und unerforscht, die Tiefsee! Im Durchschnitt rechnet man mit einer Meerestiefe von bis zu 3800 Metern. Je tiefer es geht, umso höher der Druck deshalb werden wie niemals alles erforschen können. Dort kommen ungewöhnliche Tiere vor, die teils furchterregend aussehen. Das Nahrungsangebot schätzt man, ist dort sehr knapp bemessen. Wissenschaftler schätzen, dass in den Tiefen bis zu zehn Millionen Arten vorkommen. 18 000 Arten hat man erst entdeckt und nur ein Bruchteil der Tiefsee ist erforscht.

Korallen sind dort bis zu mehreren Tausend Jahren alt. Hier lauern aber nicht nur Fische und andere Tiere auf ihre Beute, sondern auch schon die Fischer. Ausgestattet mit mondernster Technik greifen sie die Tiefsee an.

Degenfisch

Degenfisch

Granatbarsch, Grenadierfische, Petersfisch, schwarzer Degenfisch und der Blauleng sind einige Arten, die beliebt sind. Sie leben in einer Tiefe bis zu 2000 Metern. Zum Fang werden überwiegend Grundschleppnetze benutzt. Sie bestehen aus tonnenschweren Eisengeschirren und ihre Öffnung ist so groß wie ein Fußballfeld. Das große Gewicht drückt das Netzt zu Boden. Der Meeresgrund wird umgepflügt und alles was sich darunter befindet, egal ob Lebewesen oder Gestein, wird mitgerissen oder zerstört. Zurück bleibt Geröll, Korallenschuttberge und/oder blanker Fels.

Bis zu 60 Prozent was in den Netzen landet ist nutzlos für die Fischer. Tiere, die nicht gebraucht werden, werden schwer verletzt oder tot über Bord geworfen. Noch bevor wir die Schönheiten der Tiefsee sehen können, wird sie zermalmt. Tiefseefische wachsen extrem langsam und werden spät geschlechtsreif. So hat man in kürzester Zeit Arten ausgelöscht. Einige Arten könnten über 100 Jahre alt werden. Viele Arten werden sich aber nicht mehr – oder nur sehr langsam – erholen und das auch nur, wenn man sie in Ruhe lässt. Der Schaden für das Ökosystem wird rießengroß sein, noch bevor man es weiß.

Auch hier gibt es eigentlich ein Regelwerk. Je nach Einsatzgebiet sind verschiedene Behörden zuständig. Doch auch hier gilt, die Ausbeutung steht vor dem Schutz. So werden Quoten festgelegt, obwohl man nicht einmal den Bestand schätzen kann. Außerdem werden Steuergelder verschwendet, um eine brutale und unwirtschaftliche Fischereimethode und die Zerstörung der Tiefsee zu finanzieren.

Was muss getan werden?

  • man muss die Fischbestände schützen durch Fangquoten, die wirklich Sinn machen
  • man muss verschiedene Fangmethoden verbieten, denn dadurch wird der Meeresboden zerstört und das Ökosystem geschädigt. Wie zum Beispiel die Grundschleppnetzfischerei
  • es muss viel mehr Überwachung geben
  • es müssen mehr Schutzgebiete erklärt werden
  • Fischbestände, die bereits überfischt sind, müssen eine Fangpause bekommen um sich zu erholen
  • Piratenfischerei muss härter bestraft werden.
  • und last, but not least, kann jeder Verbraucher etwas tun, weniger Fisch und Meeresfrüchte essen und nur Produkte aus nachhaltiger Fischerei kaufen.

Es bleibt nicht mehr viel für die Meeresbewohner übrig und die Überfischung hat unabsehbare Folgen für das Ökosystem im Meer.

Immer nur liest man die Folgen für die Menschen. „Unser“ gesunder Fisch wird wegfallen, der so unverzichtbar für „uns“ Menschen und „unsere“ Gesundheit ist. Aber das stimmt schon lange nicht mehr, denn Fisch ist schon seit langer Zeit mit Chemikalien und Plastik belastet. Außerdem kann man die wichtigen Omega 3 Fettsäuren auch über andere Nahrung zu sich nehmen.

Aber es gibt ja noch den Fisch von den Zuchtfarmen. Wer sich aber auch damit einmal beschäftigt, wie dieser Fisch gezüchtet wird – und wie stark er mit Medikamenten belastet ist – wird diesen Fisch auch nicht mehr essen wollen.

Wir…wir…wir….Menschen

Nur wenige machen sich Gedanken darüber, was mit den Meeresbewohnern passiert, wenn es keine Fische mehr gibt.

Interessieren sich die Menschen denn überhaupt nicht für unsere tierischen Mitbewohner?
Was werden sie fressen?
Was erlauben wir Menschen uns, das Meer derart auszubeuten?
Auch gibt es noch einige Menschen, die derart abgeschieden leben, das sie wirklich auf den Fisch angewiesen sind. Was wird aus den Menschen?

Fragen über Fragen, die es nicht geben würde, wenn wir endlich Verantwortung übernehmen würden.

Bekannt ist die Überfischung, doch gehandelt wird nicht, alle reden nur um den heißen Brei herum. In wenigen Jahren wird sich die Frage, ob man auf Fisch verzichten kann nicht mehr stellen, es wird keinen mehr geben und alle müssen verzichten. Der Fisch aus der Aquakultur, ist auch keine Lösung, so viel steht jetzt schon fest.

 

Langfristig gesehen: Weniger wäre mehr!

 

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