21. November 2017

Militärschiffe – versunken im Meer

Schutz und Verteidigung muss leider sein, aber das Meer wird auch hier absichtlich zerstört und verseucht. Die US-Marine versenkt immer wieder Schiffe mit Giftstoffen im Meer. Sie entsorgen so ihre Schiffe. Um noch etwas davon zu haben, lassen sie vorher einen Hagel aus Granaten, Bomben, Raketen und Torpedos auf die Schiffe nieder. So ein Spektakel spielt sich alle zwei Jahre ab und nennt sich „Rimpac“-Manöver oder auch Ship Sinking Exercises – Sinkexübung genannt.

 

Billige Entsorgung und Zielübung in einem

Seit 1996 sollen diese Zielübungen mehr als hundert Kriegsschiffe auf den Meeresboden befördert haben. An Bord waren teils hochgiftige Substanzen. So erging es auch der USS „New Orleans“. Ihre letzte Fahrt endete mit einem Rimpac-Manöver. Kriegsschiffe aus mehreren Ländern beschossen den ehemaligen Hubschrauberträger der US-Marine, als dann amerikanische B-52-Bomber mehrere direkte Treffer mit 1000-Kilo-Bomben landeten, versank die New Orleans. Nun liegt sie im Pazifik auf dem Meeresgrund. Die US-Marine versenkt Schiffe von 33 Meter (Schlepper „Arcata) – 320-Meter (Flugzeugträger „America), anstatt sie in einer Werft ordnungsgemäß entsorgen zu lassen. Die entsorgten Schiffe liegen vor den Küsten Floridas, Kaliforniens, Hawaii und vielen  anderer US-Bundesstaaten.

Chemikalien der schleichende Tod

Da alle Schiffe kurz vorher noch in Betrieb waren und aus eigener Kraft zu ihrem Seegrab fuhren, ist klar, das viele Schadstoffe noch an Bord waren. Diese Chemikalien und Schadstoffe laufen ungehindert ins Meer. Schon während der Zerstörung treten die ersten gefährlichen Substanzen aus. Auftauchende Marinedokumente geben immer wieder Aufschluss über die Chemikalien die an Bord von solchen Marineschiffen sind. So kam heraus das allein der im Jahr 2005 versenkte Flugzeugträger Amerika, 200 Kilogramm PCB an Bord hatte. PCB ist verboten da es eines der giftigsten Stoffe auf der Welt ist und hochgradig Krebserregend. Viele weitere Schiffe unter anderem mit Blei, Asbest oder Quecksilber an Bord sind längst versenkt.

Nicht umsonst kostet der Rückbau eines Schiffes viele Millionen, denn in Kabeln, Dämmstoffen, Dichtungen und vielen anderen Materialien verstecken sich enorme Mengen giftiger Substanzen. Die US-Marine hat vor einigen Jahren zugesichert, alle giftigen Substanzen vor der Versenkung der Schiffe auszubauen, zu dokumentieren und zu entsorgen. Außerdem müssen sie einen Abstand von 93 Kilometer zur Küste halten und das Wracks muss mindestens in einer Tiefe von 1800 Meter liegen.

Aber wie 2009 festgestellt wurde, ist die Entfernung von belasteten Materialien nur sehr lückenhaft geschehen, außerdem hätte auch ein Lenkwaffenkreuzer (USS „Jouett“) der im Jahr 2008 versenkt wurde, wieder rund 50 Kilogramm PCB an Bord gehabt. Oft werden Materialien ausgebaut und das Gewicht als geschätzt in die Bücher eingetragen. Deshalb ist die Entfernung der Chemikalien durch die Marine sehr anzuzweifeln. Wie viele Chemikalien heute noch durch solche Aktionen im Meer landen, wird man nie nachweisen können.

Außerdem wird nicht nur die US-Marine ihre Schiffe auf die Art entsorgen. Nicht auszudenken was alles im Meer schlummert. Nur das PCB allein ist schon eine schleichende Bombe für unsere Tiere und auch für die Menschen, denn es lagert sich im Fettgewebe der Meerestiere an und gelangt über die Nahrungskette bis zum Menschen. Bei jedem Menschen kann man PCB bereits nachweisen. Denn wir vergiften uns auch über viele andere Wege. Auch andere gefährliche Chemikalien über die man nicht informiert wird sind überall vorhanden. Wir vergiften uns Stück für Stück.

Manöver der blitzschnelle Tod

Viele Meerestiere sterben bei Manövern. Immer wieder stranden Wale und Delfine nach solchen Manövern, auch andere Tiere kommen ums Leben. Man kann eben keine Granaten oder Raketen, Bomben oder Torpedos abschießen und dabei niemanden verletzen. Viele Tiere leiden auch am Lärm die diese und andere Schiffe von sich geben. Militärschiffe senden fast ständig Sonarsignale zur Ortung von U-Booten aus, führen kontrollierte Explosionen unter Wasser durch und sind sowieso schon im normalen Betrieb sehr laut. Dieser Lärm ist nicht nur unangenehm und sehr lästig, sondern kann auch tödlich sein. Die Schallwellen unter Wasser schädigen Wale und wahrscheinlich auch andere Tiere, Wale stranden deshalb, weisen Symptome der Taucherkrankheit auf und haben teilweise innere Blutungen. In Gegenden mit starken Schiffsverkehr stranden vor allem Schnabelwale und Pottwale besonders häufig.

Das Militär lässt aber in der Hinsicht nur wenig mit sich reden, sie kümmert es einfach nicht. Arroganz und Ignoranz schlagen hier zu Buche. Wer hat schon etwas zu melden, wenn es um die Verteidigung des Landes geht. Wer wagt es hier etwas zu verlangen?
Niemand interessiert sich dafür, zu wichtig ist alles was das Militär betrifft. Egal welcher Staat, egal welches Land, die Zerstörungen sind riesengroß und folgenschwer.

Das Ausmaß der Zerstörungen und Verschmutzungen kann niemand nur erahnen, vielleicht auch besser so, wir würden wahrscheinlich aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Oder ist es längst bekannt und es wird geschwiegen?
Einzig die US-Marine zeigt sich redebereit und handelt, aber erst auf eine Klage hin, die von verschiedenen US-Naturschutzorganisationen ausging.

2016/17 und 18 nimmt die US-Marine nun Rücksicht auf Wale und Delfine. Es wurde sich außergerichtlich geeinigt. Die Navy nimmt nun Rücksicht bei Marinemanövern zum Schutz der Meeressäuger. Auf den Einsatz von Sonarsystemen und Übungsmunitionen in bestimmten Gebieten im Pazifik wird verzichtet, oder zumindest stark einschränkt. Es handelt sich unter anderem um Schutzzonen vor der Küste Kaliforniens und Hawaii. Es ist wichtig und lobenswert, aber viel zu wenig! Militär, Umweltverschmutzung und Zerstörung, schwieriges Thema, noch schwieriger zu recherchieren. Das große Schweigen!!!

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