29. Juni 2017

Öl im Meer

Das schwarze Gold tötet Meerestiere!

 

Ölverschmutzungen im Meer sind am auffälligsten, da ein Film auf dem Wasser schwimmt. Auch werden Unfälle von Tankern schnell in den Medien berichtet, doch es gibt noch viele andere Quellen die Öl ins Meer einleiten. Durch illegale Schiffstankreinigungen auf See, Leckagen bei der Ölförderung und Einleitungen in die Flüsse. Man versucht durch Meeresschutzgebiete, Kontrollen und den Einsatz von Doppelhüllentankern die Umweltkatastrophen einzudämmen. Aber wie so oft, ist es lange nicht genug.

Viele Ursachen

Die Ölverschmutzungen in unseren Gewässern haben mehrere verschiedene Ursachen. Wenn man nicht acht gibt, leiten wir Öl ins Abwasser, in Flüsse, in Seen und in sehr großen Massen natürlich auch ins Meer ein. Jeder einzelne von uns muss aufpassen. Das beginnt beim Autowaschen und endet bei den großen Bossen der Industriekonzerne.

Es gibt eine Vielzahl von Öleinleitungen, sei es absichtlich oder unabsichtlich.

  • Verluste beim Transport von Erdöl
  • Tankerunfälle
  • Unsachgemäße Entsorgung der Ölbohrinseln (Versenken im Meer)
  • Ölverluste durch Bohrungen nach Öl
  • Bohrinsel Unfälle
  • Schiffe pumpen ihr Ballastwasser aus den Treibstofftanks
  • Unsachgemäße Reinigung der Öltanker
  • Industrie-Abwasser
  • Verunreinigungen über das Kanalsystem und dadurch in die Flüsse

uvm.

Eine Katastrophe für das ganze Ökosystem

Rohöl (Erdöl) ist ein natürlich vorkommendes, aber auch sehr zähes Gemisch das aus sehr vielen unterschiedlichen Substanzen, Schwermetallen und Stickstoffverbindungen besteht. Kommt das Öl mit Wasser in Berührung bildet sich ein Ölfilm, dieser verhindert den Gasaustausch zwischen Luft und Wasser. Die Atmung der Pflanzen und Tiere im Meer wird stark behindert, ein Teil der Tiere und Pflanzen sterben dadurch. Das Öl dringt in die Kiemen der Fische ein und sie ersticken.

Vögel verkleben sich ihr Gefieder, sie können nicht mehr fliegen und die isolierende Schicht auf dem Gefieder wird zerstört. Sie ertrinken, oder sterben an den Giftstoffen, die sie zu sich nehmen da sie sich reinigen. Die Fische und Vögel die überleben, sind schwer mit Giftstoffen belastet. Sie können sich teils nicht mehr fortpflanzen und Tiere, die wir aus dem Meer fischen, sind auch für uns eigentlich nicht mehr genießbar. Wale und Delfine erkennen die Gefahr nicht, die von einem Ölfilm ausgehen und werden stark geschädigt. Auch viele andere Tiere und Pflanzen werden stark geschädigt oder sterben sogar. Korallenbänke werden vernichtet. Das ganze Ökosystem wird unaufhörlich geschädigt.

 

Öleintrag ins Meer

10% der Ölverschmutzungen….

sind auf Tanker-Unfälle zurückzuführen. Das hört sich nicht viel an, aber auf die Menge gesehen ist es ganz furchtbar viel. Wie sehr unser Ökosystem durch Öl-Katastrophen geschädigt wird, erfährt man oft nicht. Auch wird nur unzureichend darüber berichtet, wie viele Tiere sterben. Es geht nicht nur um die Tiere, die „sofort“ sterben. Viele tausende sterben Tage, Wochen, Monate und sogar Jahre später an den Folgen. Oft wird auf lange Sicht die Fortpflanzung überlebender Tiere gestört, oder ganz verhindert. Die großen und länger lebenden Meeresbewohner sind über mehrere Jahre vergiftet.

Seevögel, Millionen von Muscheln, Seeigeln und andere unscheinbare Meeresbodenbewohner, ganze Fischbestände und Austernbänke werden ausgelöscht. Seetangwälder und Korallenbänke werden unwiderruflich zerstört, oder erholen sich nur sehr langsam. Pflanzen, Wale, Otter, Heringsbestände und auch die Eier von Fischen – z.B. Lachs- und Heringseier werden über mehrere Jahre geschädigt. Schildkröten und Seehunde, die an den Küsten graben, kommen mit dem tiefer sitzenden Öl nach wie vor in Berührung. Salzwiesen und Mangrovenwälder haben sich oftmals nicht erholt.

Einige Gebiete sind sogar Todeszonen, in denen keine Fische und kein Plankton mehr existieren, sondern nur wenige besonders angepasste Mikroorganismen überlebt haben. Ölgebiete dürfen oft über einen langen Zeitraum nicht mehr befischt werden. Algen und Seepocken hingegen profitieren davon, sie finden gute Bedingungen vor um zu überleben. Über das Leben in der Tiefsee wissen die Forscher noch so gut wie nichts, deshalb können die Auswirkungen in den großen Tiefen nicht beurteilt werden.

Die größten Ölkatastrophen in der Geschichte:

Die schlimmsten Tanker-Unfälle

20. März 1970:
Kollision des Tankers „Othello” vor Schweden. 100.000 Tonnen Öl ausgelaufen
19. Dezember 1972:
Kollision des Tankers „Sea Star” im Golf von Oman. 115.000 Tonnen Öl ausgelaufen
12. Mai 1976:
Der Supertanker „La Urquiola” läuft vor dem spanischen Coruna auf Grund. 100.000 Tonnen Öl ausgelaufen
25. Februar 1977:
An Bord der „Hawaiian Patriot” im Nordpazifik bricht Feuer aus, 99.000 Tonnen Öl ausgelaufen
16. März 1978:
Die „Amoco Cadiz” läuft vor der nordwestfranzösischen Küste auf Grund. 223.000 Tonnen Öl ausgelaufen
19. Juli 1979:
Kollision der „Atlantic Express” mit der “Aegean Captain”. 300.000 Tonnen Öl ausgelaufen
6. August 1983:
Der Tanker „Castillo de Bellever” brennt. 250.000 Tonnen Öl ausgelaufen
28. Januar 1989:
Das argentinische Tank- und Versorgungsschiff „Bahia Paraiso” rammt südlich von Kap Hoorn einen Felsen und sinkt. Knapp 1000 Tonnen Dieselöl bilden vor der bis dahin unberührten Küste der Antarktis einen Ölteppich von zehn Kilometern Länge.
24. März 1989:
Die „Exxon Valdez” havariert im Prinz-William-Sund vor Alaska. 41.000 Tonnen Öl verschmutzen ein Naturschutzgebiet.
19. April 1992:
Vor der Küste Mosambiks schlägt der mit 66.000 Tonnen Öl beladene griechische Tanker „Katina P” leck und läuft auf Grund.
3. Dezember 1992:
Der griechische Tanker „Aegean Sea” läuft bei der Einfahrt in den nordspanischen Hafen La Coruna auf felsigen Grund, zerbricht und verliert rund 81.000 Tonnen Öl.
5. Januar 1993:
Der liberianische Tanker „Braer” läuft vor den Shetlandinseln auf ein Riff. 98.000 Tonnen Öl gelangen in die Nordsee.
25. Januar 1994:
Der in Malta registrierte Tanker „Cosma A” mit 23.000 Tonnen Rohöl an Bord explodiert 500 Kilometer südlich von Hongkong.
16. Februar 1996:
Der Tanker „Sea Empress” läuft vor der Südwestküste von Wales auf Grund und verliert rund 70.000 Tonnen Öl.
2. Januar 1997:
Der russische Tanker „Nachodka” zerbricht in einem Sturm vor der Küste Japans. Etwa 20.000 Tonnen Heizöl treiben auf die Küstenstadt Fukui zu.
12. Dezember 1999:
Vor der Bretagne zerbirst bei schwerer See der mit rund 26.000 Tonnen Heizöl beladene Tanker „Erika”. Rund 17.000 Tonnen ausgeflossenes Heizöl bilden einen Ölteppich von einem Kilometer Länge und 300 Meter Breite.
20. Januar 2001:
Vor der Insel San Cristobal strandet der ecuadorianische Tanker „Jessica”. 643.500 Liter Dieselöl fließen ins Meer. Der Ölteppich bedroht die Galapagos-Inseln.
13. November 2002:
Vor der nordwestspanischen Küste gerät der Tanker „Prestige” mit 77. 000 Tonnen Öl in Seenot und zieht einen mehrere Kilometer langen Ölteppich hinter sich her. Sechs Tage nach der Havarie bricht die „Prestige” auseinander.

Die schlimmsten Bohrinsel-Unfälle

1910 – Lakeview Gusher
Unter der Bezeichnung Lakeview Gusher Number One ist der größte registrierte Blowout („gusher“) in der Geschichte der Ölförderung in den Vereinigten Staaten bekannt. Dabei strömten im Jahre 1910 geschätzte 1.400.000 m³ (1.230.000 Tonnen) Erdöl aus.

1950 – Ölpest von Greenpoint
New York City. Am 5. Oktober 1950 kam es zur Explosion einer Anlage, 17 Millionen Gallonen ( 1 Gallone=3,79 Liter) Öl ausgelaufen. 

1969 – Santa-Barbara-Ölpest
Die Santa-Barbara-Ölpest ereignete sich 1969 im Santa-Barbara-Kanal. Die Quelle war ein unkontrolliertes Ausfließen von Öl aus einer Bohrquelle auf der Plattform A von Unocal am 28. Januar 1969, die sich 10 km vor der Küste im Dos Cuadras Offshore Oil Field befand. Zehn Tage lang flossen schätzungsweise 11.200 bis 14.000 Tonnen in den Kanal und auf die Strände des Santa Barbara Countys in Südkalifornien und verschmutzten die Küste von Goleta bis Rincon und alle vier der nördlichen Channel Islands.

1977 – Ekofisk
Im Jahre 1977 ereignete sich auf Ekofisk Bravo einer der größten bisher stattgefundenen Blowouts auf einem Offshore-Ölfeld. In sieben Tagen flossen 23.000 Tonnen Rohöl in die Nordsee und breiteten sich über ein Areal von 40.000 km² aus. Opfer davon waren vor allem Seevögel.

1979 – Ixtoc I
Am 3. Juni 1979 kam es auf der Bohrinsel „Ixtoc I“ zu einer Explosion. Nachdem die Plattform gesunken war, konnte der Ölfluss neun Monate lang nicht gestoppt werden. Eine Million Tonnen Öl verpesteten den Golf von Mexiko. Die Population von Vögeln und Meerestieren wurde stellenweise stark dezimiert und konnte sich auch nur schleppend wieder erholen. Der Tourismus an der texanischen Küste brach kurzzeitig um rund 60 % ein. Obwohl das staatliche Unternehmen PEMEX für die Katastrophe verantwortlich war, lehnte die mexikanische Regierung jegliche Übernahme von Schadensersatz für Kosten auf amerikanischer Seite ab.

1983 – Nowruz-Ölfeld
Vor dem Hintergrund des Ersten Golfkriegs, kam es zu einer der größten Ölkatastrophen weltweit. Am 10. Februar 1983 kollidierte ein Tanker mit einer Ölplattform. Im März 1983 beschossen iranische Helikopter die Ölplattform 260.000 Liter Rohöl liefen ins Meer.

2006 – Ölpest im östlichen Mittelmeer, Hafen von Byblos
Im Sommer 2006 griff die israelische Luftwaffe ein Ölkraftwerk an der Küste des Libanon an und beschädigte dabei Öltanks. Das ausgelaufene Öl bedeckte etwa ein Drittel der libanesischen Küste und Teile der syrischen Küste. Vier davon brannten völlig aus, aus dem fünften trat unkontrolliert Öl aus, zwischen 10.000 bis 35.000 Tonnen. Dabei handelte es sich um Heizöl einer mittelschweren Sorte. Der sechste, unbeschädigte Tank mit 25.000 t Inhalt drohte wegen eines nicht kontrollierbaren Schwelbrands zeitweise zu explodieren, hielt aber stand. Am 1. August bedeckte der klebrige, schwarze Ölschlick einen Küstenabschnitt von etwa 80 km Länge, was rund einem Drittel der ca. 225 km langen libanesischen Küste entspricht. Laut Rempec und der Hafenverwaltung der syrischen Küstenstadt Tartus wurde zu diesem Zeitpunkt zudem ein sieben Kilometer langer Ölteppich an der libanesisch-syrischen Grenze entdeckt.

Laut Stephan Lutter von der Umweltstiftung WWF sei die ausgetretene Ölsorte besonders „zäh, klebrig und giftig und darum gefährlicher und schwieriger zu bekämpfen als andere Öle“. Außerdem sei Schweröl schwer biologisch abbaubar und habe eine hochgiftige Wirkung in der Nahrungskette der Meereslebewesen.

2009 – Förderplattform Montara
Die Förderplattform Montara war eine Bohrinsel nordwestlich von Australien. Nach einem Brand flossen ab dem 21. August 2009 über einen Zeitraum von 74 Tagen etwa 4000 Tonnen Rohöl in das Meer, der Ölteppich erreichte eine Fläche von 25.000 Quadratkilometern. Auf den Ölteppich wurden insgesamt 180.000 Liter Dispergatoren (Corexit und Slickgone) aufgesprüht.

Der Betreiber entschied sich zum Abteufen einer Entlastungsbohrung, die Plattform fing jedoch Feuer. Am 3. November wurde die Ölpest endgültig durch Einbringen von Schwerspat-Schlamm in das Bohrloch gestoppt.

2010 – Deepwater Horizon
Im April 2010 brach ein Brand auf der Ölplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko aus, 11 Arbeiter wurden getötet und 17 weitere verletzt. Am 22. April versank die Plattform, auf Grund einer Explosion im Meer. Nachdem die Plattform gesunken war, strömte an mehreren Stellen unaufhörlich Öl aus. Viele Maßnahmen scheiterten, die Löcher zu schließen. Es bildete sich ein 10.000 Quadratkilometer großer Ölteppich.
Am 29. April kam das Öl an der US-Küste an. Auch das Flussdelta des Mississippi war betroffen. Einem Monat später traf das Öl am Schleifenstrom ein. In einer Tiefe von 1100 Meter wurde eine 35 km lange, 2 Kilometer breite und 200 Meter hohe Schadstoffwolke im Querschnitt etwas 400 000 Quadratmeter festgestellt. Ganze drei Monate brauchten Experten, bis die Löcher durch temporäre Verschlüsse gestopft waren. Geschätzte 800 Millionen Liter Rohöl wurden ins Meer geschwemmt.

Es ist in der Geschichte – bis jetzt – die größte Umweltkatastrophe dieser Art. Wie viele Tiere starben wurde nicht richtig bekannt gegeben.  Bekannt wurde aber, dass ganze Seevögel-Kolonien, sowie Fisch- und Austernbestände in der Region erhebliche Schaden genommen haben. Zehntausende in der Region brütende Küstenvögel wie Braunpelikane, Rötelreiher, Seeregenpfeifer und Scherenschnäbel waren dem Öl schutzlos ausgeliefert. Delfine, Meeresschildkröten, Fische und viele weitere Meeresbewohner starben.

Durch diese Katastrophe wurde das Nahrungsnetz und damit die Lebensgrundlage von Meerestieren (Fische, Weichtiere) im Golf von Mexiko langfristig stark gestört. Und nicht nur den Tieren und Pflanzen ging es schlecht, oder starben. Kurz nach dem Unglück wurden im Bundesstaat Louisiana über 70 Menschen krank. Sie klagten über Atemprobleme, gereizte Augen sowie Kopf- und Brustschmerzen. (Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen.)
Durch die mehr als 5600 sich im Einsatz befindenden Schiffe und weiteren Fahrzeuge (z. B. Helikopter, Bulldozer, Lastkraftwagen und andere Transportmittel), sowie durch Reinigungsarbeiten durch zahlreiche Helfer wurden weitere ökologische Schäden verursacht. Das ganze Ausmaß, das sofort sichtbar wurde, ist nur ein Bruchteil von dem, wie sich die Ölkatastrophe langfristig auswirkt.

2010 – Ölteppich von Dalian
Die Ölkatastrophe von Dalian war die Folge der Explosion einer Pipeline für Rohöl und eines folgenden Brandes am 16. Juli 2010 im Hafen von Dalian, China. Es bildete sich ein 430 km² großer Ölteppich. Betreiber der Anlage ist die China National Petroleum Corporation. Während die Menge des ausgeflossenen Öl zunächst mit etwa 1500 Tonnen angegeben wurde, liefen nach Einschätzung eines von Greenpeace beauftragten Experten mindestens 60.000 Tonnen Öl aus.

2011 – Gannet Alpha
Gannet Alpha ist eine Ölplattform in der schottischen Nordsee. Der Name der Plattform und des Ölfelds ist vom Basstölpel (englisch gannet), einem Seevogel, abgeleitet. Betrieben wird die Plattform von dem Konzern Shell. Wegen zweier Lecks traten im August 2011 laut der Betreiberfirma mehr als 200 Tonnen Öl aus Gannet Alpha aus. Unabhängige Informationen zu dem Ausmaß des Vorfalls liegen nicht vor.

2011 – Undichtes Bohrloch vor Brasilien 
Vor der Küste nördlich von Rio de Janeiro schwammen Hunderttausende Liter Öl, sie flossen aus einem undichten Bohrloch in mehr als 2000 Metern Tiefe. Die betroffene Bohrinsel nutzt eine ähnliche Technik wie 2010 die havarierte Anlage von British Petroleum (BP) vor den USA. Chevron hatte das Risiko offenbar falsch berechnet. „Der Druck der Ölquelle wurde unterschätzt“,  360 Tonnen Erdöl sind bis zur Abdichtung ins Meer geflossen.

22. Nov. 2013 Explosion von Ölpipeline
Nach einer schweren Explosion wegen eines Lecks an einer Ölpipeline in Ostchina, sind viele Menschen ums Leben gekommen und Öl durch die Kanalisation in die Bucht von Jiaozhou gelaufen. Das Öl habe ein Meeresgebiet von rund 3000 Quadratmetern verseucht. Um wie viel Öl es sich gehandelt hat, blieb bis heute ungeklärt.

Pipelines und Förderanlagen Ölaustritt über Jahrzehnte

Defekte und mangelhaft gewartete Pipelines und Förderanlagen verursachen eine anhaltende Verseuchung der Meere.

Ölkatastrophe im Nigerdelta 1960 – heute
Bei der Ölkatastrophe im Nigerdelta handelt es sich um eine anhaltende Ölverschmutzung, bei der seit 1960 nach Expertenschätzungen mehr als zwei Millionen Tonnen Rohöl das Ökosystem des Nigerdeltas verschmutzt haben. Nach Regierungsangaben lief in den vergangenen Jahren durchschnittlich 300 Mal im Jahr an beispielsweise Pipelines oder Bohrinseln Öl aus. Im Vergleich zum Rest des Landes sank die Lebenserwartung der 30 Millionen dort lebenden Menschen durch die Verschmutzung von Luft, Gewässern und Böden um etwa zehn Jahre. Die Umweltverschmutzung, welche wichtige Lebensgrundlagen (landwirtschaftliche Flächen, für Fischerei genutzte Gewässer) der Bevölkerung zerstört, trägt auch zu den gewalttätigen Konflikten in der Region bei.

Nur zwei Beispiele:
2008 strömte im Bodo-Creek bei Port Harcourt durch ein Leck in einer Ölpipeline des Konzerns Öl aus. Shell bezifferte die Menge mit 1.640 Barrel, das von Amnesty International mit der Untersuchung des Vorfalls beauftragte US-Unternehmen Accufacts kam zu dem Schluss, dass mindestens 72 Tage lang bis zu 4.320 Barrel Öl täglich die Gewässer verunreinigt hätten.

Auch 2010 trat sieben Tage lang Öl aus einer Erdöl-Pipeline aus, es wurden etwa 27.000 bis 95.500 Tonnen Rohöl freigesetzt.

Nach einer im August 2011 veröffentlichten Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) sind die Umweltverschmutzungen so schwerwiegend, dass eine Sanierung der betroffenen Region 25 bis 30 Jahre in Anspruch nehmen und Kosten von bis zu 1 Mrd. Dollar verursachen wird. UNEP schlug vor, dass die nigerianische Regierung und die verantwortlichen Mineralölunternehmen die Gelder in einem Sonderfonds zur Verfügung stellen sollen.

Über 7.000 Kilometer zum Teil völlig veraltete Ölpipelines durchkreuzen das Nigerdelta. Aufgrund vieler Lecks und häufiger Öldiebstähle läuft nahezu dauerhaft Öl aus. Der Shell-Konzern macht Sabotage und den organisierten Öldiebstahl für die Verschmutzung verantwortlich; Umweltschützer sehen hingegen die berstenden Bohrköpfe und leckenden Pipelines, also mangelnde Sicherheitsstandards durch Unternehmen wie Shell, als Hauptverursacher.
Die Bewohner des Ortes Bodo im Ogoniland erhoben vor einem britischen Gericht wegen des Austritts mehrerer hunderttausend Liter Öls in ihrer Region in den Jahren 2008 und 2009 Klage gegen den Shell-Konzern.

Ölkatastrophe in Westsibirien 1960 – heute
Die Ölkatastrophe in Westsibirien betrifft das mit Abstand größte, ölverseuchte Landgebiet und den mengenmäßig größten Ölunfall der Erde. Es handelt sich um weitreichende Ölverschmutzungen durch zahlreiche Ölaustritte und Unfälle (Freisetzung von Bohrabfällen, leckende Lagertanks und Mülldeponien u. ä.) an Pipelines und Förderanlagen sowie das Abfackeln von Gas und Öl. Nach Einschätzung von Greenpeace fließen allein über den Ob (3650 km langer Strom in Westsibirien) mehr als 125.000 Tonnen Rohöl jährlich in das Nordpolarmeer. Insgesamt sollen jährlich durchschnittlich über 15,3 Mio. Tonnen Öl in die Umwelt gelangen.

Nach Untersuchungen, die von Greenpeace und anderen NGOs in Auftrag gegeben wurden, treten jährlich bis zu 5.000 Brüche von veralteten und maroden Ölpipelines auf. Auslaufendes Öl verseucht Böden und Gewässer. Riesige Ölseen zerstören den Lebensraum von Menschen, Tieren und Pflanzen.

Ölkatastrophe im nördlichen Amazonastiefland Ecuadors – 1967 bis heute
Bei der Ölkatastrophe im nördlichen Amazonastiefland Ecuadors handelt es sich um eine großflächige Ölverschmutzung, die im Zeitraum von 1964 bis 1992 durch unsachgemäße Förderung der Mineralölunternehmen Texaco (seit 2001 mit der Chevron Corporation fusioniert) und Gulf Oil entstand. Dabei gelangten rund 60.000 t Ölrückstände und über 55.000 t Rohöl in die Umwelt. Betroffen ist insbesondere die Region um Nueva Loja in der Provinz Sucumbíos sowie der Korridor aus Straßen und Pipelines bis zur Stadt Coca und darüber hinaus in der südlich angrenzenden Provinz Orellana. Die Kontamination hat auch noch Jahrzehnte nach ihrer Entstehung massive und zum Teil irreversible ökologische und soziale Folgen.

  • 5.000 km² zerstörter Regenwald,
  • Verseuchung der Umwelt mit 70 Milliarden Liter giftiger Flüssigkeiten (Formationswasser, Erdölrückstände) und 900 Müllhalden mit toxischen Stoffen, die Böden, Flüsse und Lagunen vergifteten,
  • Verschiedenste Gesundheitsfolgen, u.a. Ansteigen der Krebsrate in der Region.

Nicht vergessen darf man, dass nicht nur Unfälle dazu führen, dass Rohöl, oder Diesel von Schiffen oder Ölplattformen das Meer verschmutzen. Das nimmt die Öffentlichkeit nur wahr, da in den Medien spektakulär darüber berichtet wird. Der weitaus höhere Anteil wird still und leise oder sogar illegal ins Meer eingebracht. Deshalb kann nur geschätzt werden, wie stark das Meer schon Schaden genommen hat.

5% der Ölverschmutzung….

stammen aus natürlichen Quellen. Denn es gibt im Meer auch grob gesagt, Löcher im Meeresboden. Diese geben unaufhörlich Öl ins Wasser ab. Dort aber haben sich Bakterien angesiedelt, die wiederum auf natürliche Weise mit dem Öleintrag zurechtkommen und das Öl wird schnell abgebaut. Diese natürlichen Quellen sind nicht das Problem, die Natur würde damit selbst fertig werden.

Das Problem sind die von Menschen gemachten Ölverseuchungen.

5% der Ölverschmutzung….

sind unbekannten Quellen zugerechnet.

45% der Ölverschmutzung teilen sich auf in:

Verschmutzung durch Bohrinseln
Die Offshore-Aktivitäten im Meer nehmen immer weiter zu. Erdöl und Erdgas sind sehr beliebt. Aber gerade die Bohrungen nach den Rohstoffen sind sehr riskant, wie man am Unglück der Öl-Bohrplattform „Deepwater Horizon“ 2010 im Golf von Mexiko sehen kann. Aber auch im täglichen Betrieb verschmutzen Industrieanlagen die Meere.

Lange Zeit haben sich die Aktivitäten vor allem im Golf von Mexiko und in der Nordsee abgespielt. Seit vielen Jahren aber wird in immer größeren Meerestiefen und immer weiter weg von den Küsten gebohrt. Schon 2007 waren 157 Ölfelder angezapft. Rund 91 Prozent davon liegen im Atlantik zwischen dem Golf von Mexiko, der brasilianischen Küste und Westafrika, man nennt diese Gegend auch das Goldene Dreieck. Die Industrie fördert Öl/Gas bereits in einer Meerestiefe von 2740 Metern.

Die Nordsee ist ein wichtigstes Fördergebiet. Weitere Schätze lagern vor Bangladesch, Indien und Malaysia sowie Indonesien. Auch die Arktis ist bereits im Gespräch, die Gier macht vor nichts halt. Shell fördert bereits Gas in Russland, bohrt vor Norwegen und vor Grönland. Sie planen Bohrungen in der Beaufort- und Tschuktschen-See. BP und ConocoPhilipps haben Bohrvorhaben in Alaska angekündigt. Ein norwegischer Konzern Namens Statoil hat sich Beteiligungen an der Erschließung von Öl- und Gasvorkommen sowohl in der Barentsee als auch im Ochotskischen Meer vor Sibirien gesichert.

Die Gefahren drohen nicht nur durch einen Unfall, bei den Bohrungen und beim Abtransport wird viel Öl ins Meer gespült. Auch Abfall der von Bohrinseln aus ins Wasser geworfen wird, ist mit Öl verunreinigt sowie der laufende Betrieb der Bohrinsel gibt Öl und andere Schadstoffe an das Wasser ab.

Verschmutzung durch Abwässer
Sehr viel Ölverunreinigungen stammen von Küstennahen, oder von Flussnahen Industrieanlagen, Betriebsanlagen, Öllagerungsstätten, Raffinerien, Häfen, Ölentsorgungsanlagen usw. . Raffinerien sind ganz besonders schlimm. Viele Anlagen  leiten ihre ungenügend, oder sogar ganz unbehandelten Abwässer in die Gewässer ein. Es ist in vielen Ländern nicht einmal verboten. Diese Abwässer haben einen hohen Gehalt an Chemikalien und auch an Öl. Gerade Verladerampen, Ventile, Pumpen, Anleger usw. schlagen oft Leck und durch Regen oder sogar absichtliches abspritzen gelangt das Öl in die Gewässer.

Öl kommt von überall her. Sehr viele Fahrzeuge verlieren Öl – das eine mehr das andere weniger. Das sollte nicht sein, ist aber so. Der Abrieb von Reifen enthält Chemikalien und Öl, Maschinen in Fabriken verlieren Öl, Ölflecken vor allem an Tankstellen aber auch am privaten Parkplatz, Schmierstoffe an allen möglichen Ecken, Traktoren bei der Landwirtschaft, Fahrzeuge im Straßenbau, Privates Autowaschen, überall wird Öl verteilt. Der Regen wäscht es ab, das dauert sehr lange aber Stück für Stück fließt das Öl in Wiesen und Straßenrändern oder in Wasserabflussgräben entlang der Straßen und in die allgemeine Kanalisation.

Gibt es keine oder eine nur unzureichende Aufbereitungsanlage so werden die Ölrückstände über die Abwässer in die Flüsse und ins Meer gespült, bei Küstennahen Verunreinigungen werden die Schadstoffe sofort ins Meer gespült. Warum? aus Kostengründen, weil keine andere Möglichkeit geschaffen wurde, weil sie es nicht besser wissen oder wissen wollen.

Verschmutzung durch die Atmosphäre
Was ist das? Hier geht es um flüchtige organische Verbindungen, auch VOC (Volatile Organic Compounds) genannt. VOC entstehen aus unterschiedlichen Quellen, zum Beispiel Fäulnisprozesse, Pflanzenstoffwechselprozesse und Abbauprozesse. Weitere Quellen sind technische Prozesse, es entstehen Stoffe aus unvollständiger Verbrennung.

Zum Beispiel Abgase vom Kraftverkehr, Schiffsverkehr oder als flüchtige Nebenprodukte aus industriellen und gewerbemäßigen Anlagen. Fast alles gibt Lösungsmittel und Flüssigbrennstoffe ab, durch Verdunstung. Diese Produkte entweichen in großen Mengen in die Atmosphäre. Bei vielen Materialien passiert dies langsam und es wird oft nicht zur Kenntnis genommen  (Farben, Decken-, Wand und Fußbodenmaterialien, Möbel, Dekormaterialien, Lacke, Klebstoffe) uvm. Bei anderen ist es offensichtlich und es wird auch darüber Berichtet, zum Beispiel wenn von Abgasen der Autoindustrie oder von großen Industrieanlagen gesprochen wird. Es gibt noch viele Stoffe mehr, die VOC abgeben. Weichmacher, Antioxidationsmittel, Stabilisatoren, Katalysatoren, Lösungsmittel, Duftstoffe, Flammschutzmittel, biozide Wirkstoffe und und und.

35 % der Ölverschmutzung teilen sich auf in:

Verschmutzung durch die Schifffahrt im laufenden Betrieb
Jedes Schiff hat Öl als Treibstoff an Bord. Der Treibstoff der Seeschiffe besteht hauptsächlich aus einer Mischung aus Schweröl (das bei der Raffinerierung von Erdöl als Abfallprodukt anfällt) und Dieselöl. Viele Schiffe fahren mit Schweröl da es ist sehr billig ist, es hat aber eine sehr schlechte Qualität und wird nicht vollständig verbrannt. Die hochgiftigen Rückstände werden von vielen Schiffen über das Ballastwasser der Treibstofftanks einfach ins Meer gespült. Abgasreinigung ist heute aber mit Katalysatoren und Partikelfiltern machbar und vorgeschrieben.

Die sehr alten Schiffsdieselmotoren, die immer noch die Mehrheit ausmachen, und deren Abgase vor allem aus Kostengründen noch nicht gereinigt werden, belasten die Umwelt am stärksten. Auch gibt es gerade bei den alten Motoren das Problem, das sie nicht ganz dicht sind, der eine leckt mehr der andere weniger. Dadurch gelangt Treibstoff in unsere Ozeane. Bei kleineren Seeschiffen kommt das qualitativ höherwertigere, aber auch kostenintensivere Marinedieselöl zum Einsatz. Es ist Umweltschonender.

Verschmutzung durch die Tankerreinigung
Immer wieder werden Tank-Schiffe auf hoher See gereinigt und das Meerwasser mit viel Öl und anderen Chemikalien verschmutzt. Es ist zwar streng verboten und wird auch bestraft, doch nur wenige Übeltäter werden gefasst. Die Tankerreinigung muss normalerweise im Hafen erfolgen und sie „sollte“ dort unter strenger Kontrolle, umweltschonend vollzogen werden. Viele Schiffe reinigen ihre Tanker aber auf hoher See, zwecks Zeiteinsparung und damit keine Kosten entstehen.

Verschmutzung durch Illegale Einleitung
Illegale Entsorgungen von gebrauchtem Öl in Gewässer oder über die Kanalisation ist nicht zu unterschätzen. Ob Privatpersonen oder Geschäftsleute, manche Menschen ist es völlig egal, wie sehr sie der Umwelt schaden. Gerade große Industrieunternehmen, die Küstennah ihre Fabriken aufgebaut haben, leiten sehr viel Schadstoffe ins Meer ein. Hauptsache das Öl wird billig und einfach entsorgt. Wie hoch der Anteil ist, kann man natürlich nicht genau berechnen, er ist aber in den 35% eingerechnet.

Was wird getan?

Ölunfälle im Meer:
Bei einem Ölunfall, ist schnelles Handeln gefragt. Denn solange sich der Ölteppich noch an der Wasseroberfläche aufhält, lässt er sich einigermaßen gut bekämpfen. Es werden Ölbarrieren aufgebaut um die Ausbreitung des Öls zu verhindern. Chemische Mittel werden eingesetzt (Dispersionsmitteln), um das Öl an der Oberfläche abzubauen. Nach wenigen Stunden lässt die Wirksamkeit dieser Mittel nach. Deshalb sind sie nur zur schnellen und kurzfristigen Bekämpfung geeignet. Allerdings sinkt das Öl durch solche Mittel schnell zum Meeresboden, das schützt zwar Wasservögel damit ihr Gefieder nicht verkleben, aber am Meeresboden bleibt es liegen und schädigt den Boden und seine Bewohner über viele Jahre. Es gibt auch keinen Hinweis darauf, wie sich die Dispersionsmittel auf die Umwelt auswirken. So bekämpft man evtl. Gift mit Gift.

Eine weitere Möglichkeit bietet die Bioremediation. In überwiegend nährstoffarmen Gewässern, kann es zu guten Ergebnissen führen. Bei der Bioremediation werden Nährstoffe ins Wasser eingebracht, die das Wachstum der Bakterien fördern, die das Öl abbauen können. In einige Staaten, so auch in Deutschland gibt es einen Bekämpfungsplan (Contingency Plan) der genau regelt wie vorzugehen ist, wenn ein Ölunfall die Gewässer bedroht, man steht nicht mehr ganz so hilflos da, wie noch vor wenigen Jahren, doch noch viel wichtiger ist es, Öl-Katastrophen zu verhindern.

Tankerunfälle sind seltener geworden

Doppelhüllenschiffe:
Der überwiegende Teil der Schiffe hatten nur eine einzige Hülle, vor allem Schiffe die bereits alt sind. Es ist zu schwierig und auch zu kostenintensiv, aus einem Einhüllen-Öltankschiff eine Doppelhüllen-Öltankschiff zu machen. Bei den Einhüllenschiffen wird das Öl nur von einer Seitenwand und einer Bodenwand vom Meer getrennt. Wird diese eine Hülle zerstört, kann das Öl oder auch andere Schadstoffe sofort ungehindert ins Meer laufen. Doppelhüllenschiffe hingegen sind so konstruiert, dass sie über zusätzliche Schotten und Decks verfügen und somit eine komplette zweite Hülle bilden. Bei einem Verletzung der ersten Außenhaut sind die Schadstoffe immer noch geschützt.

Amerika hat als erstes eine Lösung gefunden, sie haben sich weitgehend von den Einhüllen Tanker befreit. Im Jahr 1990 beschlossen die Vereinigten Staaten von Amerika den Oil Pollution Act (abgekürzt: OPA 90), das Gesetz schreibt vor, Doppelhüllen für neue Öltankschiffe und auch für bestimmte bestehende Schiffe ab einer bestimmten Altersgrenze. Laut diesem Gesetz dürfen die Schiffe, die diese Vorschriften nicht einhalten, nicht mehr in amerikanischen Hoheitsgewässern fahren. Sie werden aber stattdessen in anderen Gewässern eingesetzt, darunter auch in der Europäischen Union.

Auch die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) beschloss 1992, dass weltweit alle Tanker ab einem Transportgewicht von mehr als 5.000 Tonnen und die ab 1996 ausgeliefert wurden, über eine Doppelhülle verfügen müssen. Nach dem Unglück der Erika  1999 erweiterte die IMO im Jahr 2001 den Beschluss, ab 2015 dürfen nur noch Doppelhüllen-Tanker betrieben werden. Seit dem Jahr 2006 ist die Doppelhüllenkonstruktion auch für den Bau anderer Schiffe vorgeschrieben. Denn der Ballasttank ist durch das Befüllen mit Seewasser sehr korrosionsanfällig und muss ständig kontrolliert und mit einem Schutzanstrich versehen werden. Die Zweihüllen-Vorschrift, gilt also auch für Binnenschiffe, ab 2019 darf es nur noch Schiffe mit zwei Hüllen geben.

Alternative Treibstoffe:
Es gibt einen Weg um Schiffsdiesel und Schweröl aus der Schifffahrt zu verbannen. Als langfristiger Ersatz ist dafür Flüssigerdgas (LNG) vorgesehen. Dieser Treibstoff gilt als relativ gut verfügbar und kann auch per Elektrolyse aus Strom gewonnen werden. Reeder statten bereits immer mehr neue Schiffe mit LNG bzw. Dual Fuel Motoren aus. Schritt für Schritt errichten auch die Häfen die dafür nötige Infrastruktur.

Ladestromversorgung
Um die Bordstromversorgung im Hafen sicherzustellen, betreiben die Schiffe ihre Hauptmaschinen und Nebenmaschinen auch im Stand mit Schweröl. Mit Landstromversorgung könnten Schiffe während ihres Aufenthalts im Hafen Strom von Land beziehen. Auf diese Weise würden viele schädliche Emissionen gesenkt und Kosten eingespart. In den meisten EU-Staaten würde der Treibhaus-Gasausstoß stark sinken.

  • In Lübeck-Travemünde betreiben die Stadtwerke seit Mai 2008 drei Landstromanschlüsse für Fähren.
  • Im Hamburger Hafen können seit Ende Mai 2016 am Hamburg Cruise Center Altona, Kreuzfahrtschiffe auf eine Landstromversorgung zugreifen. Das Flüssiggaskraftwerk das sich auf einer schwimmenden Plattform befindet, kann 7,5 MW bereitstellen und spart gegenüber der schiffseigenen Stromversorgung 80 % Stickoxide und 30 % Kohlendioxid. Wenn kein Schiff angelegt hat, kann es als Blockheizkraftwerk genutzt werden.

Ölabscheider an Land:
Die Reinigung der Abwässer bedeutet für die Klärwerke einen hohen Aufwand an Reinigungstechnik. Deshalb ist es nach der Definition des Wasserhaushaltgesetzes verboten, schädliche Stoffe in den Abwasserkanal einzuleiten, die diese Reinigung zusätzlich erschweren würden. Zwei dieser schädlichen Stoffe sind Mineralöle und Benzin. Sie müssen überall dort, wo sie mit dem Abwasser in Verbindung kommen können, in Ölabscheidern aufgefangen und fachgerecht entsorgt werden. Sie sind Bestandteil der Abscheidertechnik, die im Wesentlichen aus diesen Abscheidern sowie Fett- und Koaleszenzabscheidern besteht.

Was für eine Frechheit!

Im Zuge einer Kampagne mit der Deutschen Umwelthilfe, hat der Naturschutzbund Deutschland im Jahr 2016 einen Umweltcheck gemacht. Es wurden europäische Neubauten von Kreuzfahrtschiffen untersucht. Ein heute modernes Kreuzfahrtschiff stößt demnach täglich 450 Kilogramm Rußpartikel und 5250 Kilogramm Stickoxide aus, 24 neue Schiffe standen in der Planung. Nur zwei der Schiffe sollten teilweise mit moderner Abgastechnik ausgestattet werden. Alle anderen Schiffe laufen weiterhin ohne Stickoxidkatalysator und ohne Rußpartikelfilter. So viel zur Verschmutzung der Atmosphäre, ganz abgesehen von der gesundheitlichen Belastung.

Ölabbau

 

Das Öl im Meer baut sich unterschiedlich ab. Ein Teil des Öls verdunstet, andere Ölbestandteile werden von Bakterien verarbeitet oder durch die Sonneneinstrahlung zerstört. Einiges wird von den Wellen verteilt und zieht weiter. Ein Teil wird an Land getragen und bleibt dort im Boden und das restliche Öl verklumpt und sinkt zu Boden, der bakteriellen Abbau wird dadurch erschwert.

Gemischte Sand, Kies- und Felsküsten
Am wenigsten empfindlich gelten Sand, Kies- und Felsküsten. Durch den Wellengang werden sie am schnellsten von Öl befreit. Aber dennoch werden auch hier viele Abschnitte auf lange Sicht verändert. Öl setzt sich in Felsspalten, im Kies und auch in Muschelbänken ab und kann sich so auch über mehrere Jahre festsetzen und Tiere sowie Pflanzen schädigen. Weichtiere und Krebse können stark eingeschränkt werden oder sogar ganz verschwinden.

Schädigung: 5 Monate – ca. 5 Jahre.

Sandstrände:
Es hängt von der Art des Sandes ab, wie lange und wie schwer sich das Öl im Boden absetzt und versickert. Ein Strand, der wenig Brandung aufweist, ist natürlich stärker belastet, da sich das Öl sehr gut festsetzen kann. Grobkörniger Sand bietet die besten Voraussetzungen für das Öl, es kann gut und weit in den Boden eindringen. Außerdem wird hier die Reinigung erschwert. Bei solchen Sandstränden wird das Öl immer wieder freigesetzt. Schildkröten, die ihre Eier in diese Strände vergraben, kommen immer wieder mit dem Öl in Berührung.

Schädigung: 5 Monate – ca. 5 Jahre.

Korallenriffe:
Sehr empfindlich reagieren Korallenriffe auf Ölverschmutzungen. Sie erholen sich nur sehr langsam, oder sterben sogar komplett ab. Je nach Schwere der Schädigung. In den Korallen leben besondere Meeresbewohner, auch sie werden durch die Schädigung der Korallen sterben, oder zumindest stark beeinträchtigt. Oft wachsen in Öl-verseuchten Gebieten übermäßig viele Algen und verdrängen den Platz für sich erholende Korallenbänke.

Schädigung: 2 – ca. 10 Jahre

Mangroven:
Die Mangroven sind am größten gefährdet. Ein Ölunfall hat dort mit die langwierigsten Auswirkungen. In einem Mangrovengebiet leben sehr empfindliche Tiere, die bei Berührung mit Öl sehr schnell sterben. Da in den Mangrovenwäldern das Wasser nur sehr langsam fließt, hält sich eine Ölverschmutzung besonders lange und schädigt auf viele Jahre Bäume und Pflanzen. Der giftige Kohlenwasserstoff und die Ölschicht schneidet die Frischwasserzufuhr weitgehend ab und behindert den Luftaustausch stark.

Schädigung: 2 – mehr als 20 Jahre

Weichböden:
Küstenbereiche wie z.B. das Wattenmeer an der Nordseeküste, sind sehr empfindliche Gebiete. In den Sandbänken und im Watt leben sehr viele Kleinstlebewesen, die den Vögeln und den Fischen als Nahrungsgrundlage dienen. Da das Watt ein sehr dichter Boden ist, der gut mit Wasser gefüllt ist, dringt nicht so viel Öl dort ein aber es leben dort sehr viele Tiere die graben, durch die Gänge die sie hinterlassen kann das Öl sehr tief eindringen. Die dort lebenden grabenden Tiere tragen aber auch dazu bei, dass das Öl wieder schnell an die Oberfläche befördert wird und dadurch schneller abgebaut werden kann. Durch die gute Durchlüftung des Bodens, können sich viele Ölabbauende Bakterien ansiedeln. Ist die Verschmutzung aber zu groß, sterben die grabenden Tiere dort ab und das Öl hält sich langfristig.

Schädigung: 2  – mehr als 20 Jahre

Salzwiesen:
Die sogenannten Salzwiesen sind nur sehr wenig erforscht, was die Verseuchung mit Öl anbelangt. In Salzwiesen leben viele Insekten und Würmer, die bei einer Ölkatastrophe sehr schnell absterben. Da die dort lebenden Vögel allerdings in Salzwiesen brüten und rasten, können sie dadurch stark verölt werden und sterben. Durch die fehlende Strömung werden Salzwiesen über lange Jahre geschädigt.

Schädigung: 2 – mehr als 20 Jahre

Oft wird damit geprahlt, wie schnell das meiste Öl abgebaut und verschwunden ist. Jetzt wissen wir aber, dass es meist nur das sichtbare Öl an der Oberfläche ist. Die Langzeitschädigung kann nur schwer festgestellt werden. Stimmt die Wassertemperatur, der Wellengang, die Bakterienkultur und vieles mehr, kommt es dennoch vor, dass einige wenige Gebiete sich schnell erholen.

Ein Beispiel dafür ist das Unglück 1978 in der Bretagne, nach ein paar Monaten war das Öl überwiegend verschwunden. Tiere und Pflanzen tauchten überraschend schnell wieder auf und auch in den tieferen Erdschichten findet man heute kein Öl mehr. Wissenschaftler wissen aber selbst noch nicht im Detail, wieso sich solche Gebiete schneller erholen können.

Welche Folgen hat eine Ölverschmutzung für Wale und Delfine:

Lange Zeit glaubte man, dass Wale keinen Schaden von den Ölkatastrophen davontragen. Ihre isolierende Schicht wurde nicht beeinflusst, so wie es bei Wasservögeln und Robben der Fall ist. Und doch weiß man heute, dass auch Wale und Delfine großen Schaden durch Spätfolgen nehmen können. Die Menschen, die für die Katastrophen verantwortlich sind, wollen die Spätfolgen natürlich unter den Teppich kehren.

Allein die Nahrungsgrundlage der Wale und Delfine in Gebieten von Ölunfällen ist bedroht. Denn Krill und kleine Fische sterben in Massen. Die Fische, die überleben sind mit Öl und Giftstoffen belastet. Und das Tier, das nun mal am Ende der Nahrungskette steht, bekommt die größte Belastung ab. Außerdem hat man beobachtet, dass Wale nicht dem Ölteppich ausweichen, sondern oft mittendurch schwimmen. Dabei laufen sie Gefahr, dass sie Öl-Dämpfe und andere Chemikalien über die Atmung aufzunehmen und Öl verschlucken. Sind es zu viele Ölpartikel, verkapseln sich diese und führen langfristig zu Krebs bei den Tieren.

Es gibt nun sogar eine amtliche Bezeichnung für, tot angeschwemmte Tiere. Man nennt es „Unusual Mortality Event“, kurz UME, übersetzt wird es als ungewöhnliches Sterblichkeitsereignis. Ein Unusual Mortality Event gab es auch im Jahr 2010. Ungewöhnlich viele Wale und Delfine wurden plötzlich tot an den Strand gespült.  Und zwar geschah dies an den Stränden im Golf von Mexiko. Das war auch genau das Gebiet – das am stärksten betroffen war von der Öl-Katastrophe der „Deepwater Horizon“. Die Zahl der tot angeschwemmten Meeressäuger zum Beispiel in Louisiana erhöhte sich schlagartig.

In den Jahren 2002 – 2009 waren es gerade einmal 20 tote Delfine, im Jahr 2010 – 138 und im Jahr 2011 – 159 tote Delfine. Es wird vermutet… es könnte sein…blablabla. Ich bin keine Expertin, aber es liegt doch wohl auf der Hand, dass die Folgen der Öl-Katastrophe etwas mit dem Anstieg der angeschwemmten Tiere zu tun haben. In diesen zwei Jahren strandeten fast 16-mal so viele Wale, als sonst in einem Jahrzehnt. Insgesamt wurde festgestellt, dass in der Golfregion, dessen Bundesstaaten sehr unterschiedlich stark betroffen waren, die Quote toter Meeressäuger rund fünfmal über dem normalen Niveau lag. Kann dies Zufall sein?

Auch die Verluste der anderen Meeresbewohner stieg an. Korallen z.B. hat es besonders schwer getroffen. Bei untersuchten Delfinen stellte man fest, dass diese in einem außergewöhnlich schlechten Zustand waren. Ein verminderter Hämoglobinwert im Blut, Lungen- und Leberleiden und viel zu wenig Gewicht. Ob dies durch das Öl verursacht wurde, kann man nicht feststellen. Der Ölteppich wurde mit einem chemischen Stoff behandelt, die Chemikalie die eingesetzt wurde, nennt sich Corexit. Niemand weiß, wie sich dieser Giftstoff auf die Meeresbewohner auswirkt. Mehrere tausend Liter wurden auf den Ölteppich gekippt.

1989 – Tankerunglück in Alaska, die „Exxon Valdez“. Dieses Unglück liegt bereits lange zurück, aber auch heute noch kann man Auswirkungen im marinen Ökosytem feststellen. Gut ein Drittel der dort lebenden Orcas sind gestorben. Man vermutet, dass diese die giftigen Dämpfe des Öls eingeatmet haben.

Die Zukunft – die Vernunft

Öl-Katastrophen sind zweifellos weniger geworden, das liegt daran, dass in der Vergangenheit schon besser kontrolliert wird und Doppelhüllentanker eingeführt wurden. Aber anhand der Katastrophe von 2010, der Deepwater, sieht man, dass noch eine Menge getan werden muss. Außerdem ist dem illegalen Eintrag von Öl ins Meer noch lange keine Rechnung getragen. Die illegalen Tankreinigungen müssen viel strenger kontrolliert werden und sehr hart bestraft werden. Die Sicherheit aller Schiffe muss vorangetrieben werden. Vor allem Handelsschiffe gehören strenger kontrolliert.
Auch der industrielle Eintrag von Giftstoffen ins Meer muss mehr kontrolliert und härter bestraft werden. Es ist zu hoffen, dass sich langsam aber sicher alle Länder der Erde bewusst werden, wie wichtig der Schutz unsere Ozeane ist!

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