21. November 2017

Schiffsemissionen – Dreckschleudern auf hoher See

 

Der Meeresboden, das Wasser, die Oberfläche und die Luft wird durch die Seeschifffahrt in jeder Hinsicht erheblich belastet. Gefährliche Chemikalien, Abwasser, Müll, Abgase und Öl. Verunreinigungen ohne Ende. Zwei Prozent der klimaschädlichen globalen CO2-Emissionen gehen auf das Konto von Schiffsverkehr. Das hört sich wenig an, ist aber eine große Sauerei. Alleine Deutschland produzierte im Jahr 2012: 926 Millionen Tonnen CO2.
Experten schätzen, dass bis zum Jahr 2050 die Emissionen um 50 bis sogar 250 Prozent im Vergleich zu 2012 ansteigen könnten, sofern alles so bleibt wie es ist.

Emissionen durch die Schifffahrt:

Schiffe pusten allerhand Schadstoffe aus, in erster Linie; Treibhausgase und Schadstoffe in die Luftatmosphäre beim Betrieb von Motor-Schiffen. Enthaltene Schadstoffe sind unter anderem: Schwefeloxide (SOx), Stickoxide (NOx), Kohlenstoffdioxid (CO2), Rußpartikel und Feinstaub. Die Konzentration ist abhängig von den verwendeten Treibstoffen, immer noch wird hauptsächlich Schweröl (HFO) benutzt.

Außerdem enthalten Schiffsabgase auch Schwermetalle, Asche und Sedimente. Der weltweite Schiffsverkehr verursacht etwa eine Milliarde Tonnen Kohlendioxid, das sind etwa 3 % der gesamten vom Menschen verursachten CO2-Emmisionen.
Dazu kommen rund 15 % der globalen Stickoxidemissionen und 13 % der Schwefeldioxidemissionen, Tendenz steigend. Das verursacht schwere Umwelt- und Gesundheitschäden. Insbesondere in Hafenstädten, in Ballungsräumen von Hafengebieten.
Schiffe sind auch verantwortlich für die Emission flüssiger und fester Abfälle im Meer.

Ein paar Zahlen:

370 Millionen Tonnen Treibstoff pro Jahr durch Schiffsverkehr sind 20 Millionen Tonnen Schwefeloxid. Die 15 größten Schiffe der Welt stoßen pro Jahr so viele Schadstoffe aus, wie 750 Millionen Autos! Der Schwefelausstoß der Schifffahrt beträgt „das 97-fache der kommerziellen Flugzeugflotte.“ laut (DK-Group Marine Industry Innovators).

Giftige Schiffsabgase treffen Bewohner von Hafenstädten, Crewmitglieder, Reisende und Tiere. Ein einziges Kreuzfahrtschiff stößt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen PKWs auf gleicher Streckenlänge. Schweröl ist an Land längst verboten, wird aber in der Schifffahrt noch häufig eingesetzt. Obwohl es bekannt dafür ist, das bei der Verbrennung Rußpartikel entstehen, die Lungenkrebs und Herzinfarkte hervorrufen können.

Todesfälle durch Schiffsemissionen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und die deutsche Helmholtz-Gemeinschaft, nennen Zahlen. Bis zu 60.000 vorzeitige Todesfälle werden auf Schiffsemissionen zurückgeführt – Tendenz steigend. Aussage NABU nach einer genauen Untersuchung: „Kaum ein Kreuzfahrtschiff, das in den kommenden Jahren in Europa unterwegs sein wird, ist aus Gesundheits- und Umweltsicht empfehlenswert.“

Verbesserungen wären:

Rußpartikelfilter, Stickoxid-Katalysatoren, Erhöhung der Propeller-Effizienz, Doppelpropeller, Rückgewinnung von Abgaswärme, Verringerung des Reibungswiderstandes des Rumpfes, Gaswäscher-Nachrüstungsprogramme, Sauberer Kraftstoff usw.

Stattdessen:

Von einem einzigen „aktuellen“ Kreuzfahrtschiff werden täglich rund 5250 Kilogramm Stickoxide, 450 Kilogramm Rußpartikel und 7500 Kilogramm Schwefeldioxid ausgestoßen, so viel wie von rund 120 Millionen modernen PKWs. Bei Schiffshavarien läuft außerdem das zähe Schweröl aus und verursacht große Umweltschäden und vergiftet die komplette Nahrungskette. Vom Plankton bis zum Wal und viele Meeresvögel.

Deutschland Vorbildfunktion?

Nein!!! Auch die Bundesregierung sieht es nicht ein. 50 Schiffe von Marine, Polizei und Forschung schippern durch nationale und internationale Gewässer. Sie fahren zwar mit sauberem Treibstoff, haben aber keine geeignete Abgastechnik an Bord. 15 von 16 Bundesschiffen haben weder Stickoxid-Katalysatoren noch Rußpartikelfilter. Das sind Schiffe, die erst in den letzten Jahren in See gestochen sind.

Die berühmte „Polarstern“, die seit 30 Jahren unterwegs ist, unter anderem im Auftrag der Klimaforschung fährt hoch sensible Gebiete an. Dieses Polarforschungsschiff hat keine moderne Abgastechnik an Bord und produziert klimaschädlichen Ruß. Ganz großes Kino!!!

Luftbelastung auf hoher See

Durch die große Schadstoffbelastung über den Meeren, steigt die Gefahr der Versauerung der Meere. Die CO2 Emission ist dafür verantwortlich. Wissenschaftler sagen voraus, dass die Versauerung bis 2100 um etwa 17 Prozent zunehmen wird. Durch die schnelle fortschreitende Industrialisierung wird dieser Prozess noch beschleunigt. Schon jetzt sind große Teile der Ostsee bereits so gut wie tot und bieten keinen Lebensraum für Tiere mehr.

Luftbelastung in vielen Häfen

Die Luftbelastung in Hafenstädten ist besonders schlimm. Es gibt zwar Hafenstädte die bereits gezwungen sind, weniger umweltschädliche Kraftstoffe zu verwenden, aber auch da können noch hohe Emissionen gemessen werden.
Eine Landstromversorgung der Schiffe während sie im Hafen liegen, würde die Emission stark sinken lassen, aber die Häfen hätten hohe Investitionskosten und deshalb wird es nicht ausreichend in Betracht gezogen.

Was wird getan?

Landstromversorgung,
mir sind nur diese zwei Häfen bekannt die eine geringe Stromversorgung anbieten.

  • In Lübeck-Travemünde betreiben die Stadtwerke seit Mai 2008 drei Landstromanschlüsse für Fähren.
  • Im Hamburger Hafen können seit Ende Mai 2016 am Hamburg Cruise Center Altona, Kreuzfahrtschiffe auf eine Landstromversorgung zugreifen.

Motoren,
die Schifffahrt stellt schrittweise auf sauberen Schiffsdiesel um. Schiffe, die in Sonderzonen fahren, wie zum Beispiel in der Nordsee und umliegenden Gewässern, oder im Südpolarmeer müssen mit Schiffsdiesel fahren und tun es auch.

Doch das allein,
reicht eben nicht aus. Pläne für viele Verbesserungen liegen vor, viele gute Ideen ließen sich auch umsetzten, doch der Wille und die Investitionskosten halten die Verantwortlichen davon ab. Außerdem nimmt der Schiffsverkehr ständig zu, wo soll das hinführen?

Weitere Verunreinigungen durch die Schifffahrt findet ihr in meinem Beitrag: Verschmutzung / Öl

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